NOZ: Interview Medien mit Jeanette Biedermann, Schauspielerin und Popsängerin
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nichts
Familienzuwachs "ist sicherlich nicht mehr weit weg" -
Unvergessliche Erinnerungen an die Zugfahrt durch den Eisernen
Vorhang
Osnabrück.- Schauspielerin und Popsängerin Jeanette Biedermann
genießt ihr normales und geregeltes Leben: "Ich hatte und habe kein
Glamourleben. Das war und ist alles harte Arbeit. Man sitzt da nicht
und trinkt jeden Abend Champagner und lässt es krachen. Glamour,
Bling-Bling - das ist doch Schall und Rauch und bedeutet mir gar
nichts", sagte die 35-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung"
(Samstagausgabe).
An ihre Zeiten als Teenie-Star denke sie nicht nur mit Freude
zurück: "Ich war im Stern-Center in Potsdam, um etwas einzukaufen.
Dort wurde ich von einer Gruppe junger Menschen durch das gesamte
Einkaufscenter verfolgt, immer wieder wurde mein Name
herausgeschrien. Das war beängstigend für mich. Da habe ich mich erst
einmal ins Auto gesetzt und habe geheult, weil ich damit überhaupt
nicht zurechtkam."
In Sachen Familienplanung verspüren sie und ihr Ehemann Jörg
Weißelberg keine Eile. Als Namen für ihre späteren Kinder könne sie
sich nach wie vor sehr gut Lilia-Jean und Luc vorstellen: "Die beiden
sind noch im Joghurt. Es ist sicherlich nicht mehr weit weg.
Irgendwann wird man den Dingen freien Lauf lassen. Ich sehe auch
immer wieder bei Freunden oder Kollegen, dass Kinder und Karriere
zusammenpassen. Die Kinder sind meistens dabei. Es ist alles möglich,
vor allen Dingen, wenn die Partner sich das teilen. Meine Eltern
haben mich als kleines Kind auch überall mit hingenommen."
Apropos Eltern: Mit ihrer Mutter und ihrem Vater habe sie 1989 zu
den DDR-Bürgern gezählt, die über die Prager Botschaft die Ausreise
in die Bundesrepublik erzwungen hätten, berichtete Biedermann. Auch
wenn sie damals erst neun Jahre alt gewesen sei, seien ihr die Bilder
noch sehr präsent: "Ich habe mit meiner Mutter drei Tage auf einer
Treppenstufe gelebt. Mein Vater hat draußen in der Kälte gestanden.
Das hat mir ganz viel gegeben für mein Leben." Und weiter: "Das
größte Erlebnis war doch die Tatsache, dass es eine friedliche
Revolution war. Es ist wirklich so, dass sich am Ende Menschen auf
Menschen verlassen konnten. Wir sind mit dem Zug durch den Eisernen
Vorhang gefahren. Als wir im Westen ankamen, standen dort Hunderte
Menschen mit Lebensmitteln und Geschenken. Wildfremde Menschen sind
zu uns gekommen, um uns anzubieten, in ihren Häusern zu schlafen, bis
alles geregelt ist."
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Datum: 14.03.2015 - 07:00 Uhr
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