Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderarmut in Deutschland gesellschaftlicher Skandal

Deutsches Kinderhilfswerk: Kinderarmut in Deutschland gesellschaftlicher Skandal

ID: 1188550
(ots) - Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine
umfassende Veränderung politischer Rahmenbedingungen, um die
Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen. Dazu ist nach Ansicht des
Verbandes eine Vielzahl an Reformen insbesondere der Sozialgesetze in
Deutschland notwendig, um die Lebenssituation von Kindern und
Jugendlichen zu verbessern. Dabei sollten vor allem die Regelsätze
für Kinder und Jugendliche, die frühkindliche Bildung,
Bildungsgerechtigkeit in der Schule und die Möglichkeiten des
gesunden Aufwachsens im Mittelpunkt der Reformen stehen.

"Die beschämend hohe Kinderarmut in Deutschland ist ein
gesellschaftlicher Skandal. Sie wirkt sich in vielen Bereichen des
Alltags aus, dementsprechend brauchen wir ein Nationales Programm zur
Bekämpfung der Kinderarmut, das interdisziplinär an verschiedensten
Stellen ansetzt. Soziale Sicherheit und Bildungsgerechtigkeit für
Kinder sollten in einer der reichsten Industrienationen der Welt
eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Um die Kinderarmut in
Deutschland zu bekämpfen, brauchen wir eine Beschäftigungspolitik,
die Eltern in die Lage versetzt, durch eigene Erwerbstätigkeit sich
und ihren Kindern eine ausreichende finanzielle Lebensgrundlage zu
bieten. Zudem haben Bund, Länder und Kommunen gemeinsam dafür zu
sorgen, dass Einrichtungen für Kinder und Jugendliche so ausgestattet
werden, dass sie deren Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten
bestmöglich fördern können. Ein gesundes Aufwachsen sollte für alle
Kinder, unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern, ebenso eine
Selbstverständlichkeit sein. Mit Bildung stärken wir die Kinder als
Subjekte und ermöglichen es ihnen, ihr Leben in die Hand zu nehmen
und nicht in Resignation zu versinken. Hier sind gute Kitas mit
sozial gemischten Gruppen ein wichtiger Ansatzpunkt für mehr
Chancengerechtigkeit", betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen


Kinderhilfswerkes, anlässlich der heutigen Aktuellen Stunde "Reiches
Land - Arme Kinder" im Deutschen Bundestag.

Im Bereich der frühkindlichen Bildung fordert das Deutsche
Kinderhilfswerk bundesweite qualitative Mindeststandards in der
Kindertagesbetreuung, die im Kinder- und Jugendhilfegesetz
festgeschrieben werden sollten. Um die Qualität in Kitas zu steigern,
spricht sich das Deutsche Kinderhilfswerk für ein
Investitionsprogramm in Höhe von fünf Milliarden Euro jährlich für
die nächsten Jahre aus. "Ohne eine Sicherstellung guter Qualität
werden wir in unseren Kindertageseinrichtungen Schiffbruch erleiden.
Kitas müssen gut ausgestattet sein, die Gruppen brauchen fast
durchgehend einen besseren Betreuungsschlüssel und eine weitere
Professionalisierung der Fachkräfte ist dringend nötig. Wichtig ist
neben verbindlichen qualitativen Mindeststandards in der
Kindertagesbetreuung auch ein entsprechendes Qualitätsmonitoring" so
Krüger weiter.

Eine im letzten Jahr vom Deutschen Kinderhilfswerk veröffentlichte
repräsentative Umfrage hat ergeben, dass 72 Prozent der Bundesbürger
der Ansicht sind, staatliche und gesellschaftliche
Verantwortungsträger würden "eher wenig" oder "sehr wenig" tun, um
Kinderarmut wirkungsvoll entgegenzutreten. Dabei kommt eine große,
die Parteigrenzen überschreitende Mehrheit zu der Aussage, Staat und
Gesellschaft engagierten sich zu wenig gegen Kinderarmut. Zugleich
wären 66 Prozent der Befragten bereit, mehr Steuern zu bezahlen, wenn
damit das Problem der Kinderarmut in Deutschland wirksam bekämpft
würde.



Weitere Informationen und Rückfragen:

Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
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Datum: 19.03.2015 - 12:16 Uhr
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