Universität des Saarlandes startet Studie zur Kündigungspraxis in Deutschland
ID: 1190055
Unternehmen um Teilnahme an Online-Umfrage gebeten
Onlineumfrage unter ww3.unipark.de/uc/praxiskuendigungen
Wenn ein Angestellter die Firma verlässt, wird das üblicherweise als eine normale Veränderung im Berufsleben angesehen. Kündigt aber die Firma, so wird die Kündigung oft als Ungerechtigkeit, Niederlage oder Demütigung erlebt. Gekündigt zu werden hat in der Regel weitreichende Folgen für den Angestellten, sowohl für seine finanzielle Situation und die damit verbundene Lebensqualität als auch für sein Wohlbefinden und sein Selbstwertgefühl.
Aber auch für den Arbeitgeber ist eine Kündigung alles andere als erfreulich und durchaus mit Herausforderungen und Ängsten verbunden: die schlechte Nachricht muss überbracht werden, die Stimmung im Unternehmen kippt möglicherweise, die Reputation kann Schaden erleiden – und unter Umständen ist die Kündigung ein kostspieliges Unterfangen. Das fängt bei dem Ausfall des Mitarbeiters an, der sich krankschreiben lässt und endet vor dem Arbeitsgericht. Pro Jahr gibt es 450.000 Kündigungsschutzklagen (Durchschnitt seit 2004; Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales).
„Kündigungen in Deutschland scheinen alles andere als optimal zu laufen – doch diese Schlussfolgerung beruht ausschließlich auf Erfahrungswissen und Alltagsbeobachtungen“, sagt Cornelius König, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität des Saarlandes. Er und seine wissenschaftliche Mitarbeiterin, die Diplom-Psychologin Manuela Richter, wollen dazu beitragen, die dünne Forschungslage in Deutschland zu verbessern. Sie stellen Fragen wie: Werden die Vorgesetzten auf Kündigungsgespräche vorbereitet? Gibt es juristischen oder psychologischen Beistand? Wer spricht die Kündigung aus? Wer ist bei dem Gespräch anwesend? Ist der Betriebsrat eingebunden? Gibt es weitere Gespräche mit dem Mitarbeiter nach dem eigentlichen Kündigungsgespräch?
„Wir möchten von den Unternehmen selbst erfahren, wie bei ihnen Kündigungen ablaufen und eine neutrale Bestandsaufnahme zur Kündigungspraxis in Deutschland machen. Im zweiten Schritt werden die Daten dann interpretiert und wir werden sehen, ob Kündigungen wirklich so problematisch sind, wie es den Anschein hat. Im dritten Schritt wollen wir praktische Maßnahmen zur Verbesserung erarbeiten“, erläutert Cornelius König.
Die Universität des Saarlandes bittet alle Unternehmer, Führungskräfte und Verantwortliche im Personal- / HR-Bereich, sich an der Umfrage zu beteiligen. Selbstverständlich werden alle Daten anonym erhoben und vertraulich behandelt. Die Studie ist online unter ww3.unipark.de/uc/praxiskuendigungen zugänglich.
Forschung und Praxis gehen bei dieser Studie zusammen: Kooperation mit Balfanz Unternehmensentwicklung
Um sicherzustellen, dass der Fragenbogen so nah wie möglich an der Alltagsrealität in deutschen Unternehmen ist, kooperieren Cornelius König und Manuela Richter bei dieser Studie mit einem Partner aus der Praxis, dem in Baden-Baden ansässigen Unternehmen „Balfanz Unternehmensentwicklung“. Harald Balfanz ist seit über drei Jahrzehnten als Interims-Personalmanager tätig und hat in dieser Zeit Einblick in die verschiedensten Firmen – und auch in ihre Kündigungspraxis – gewonnen. „Das System ist einfach verkehrt“, meint Balfanz. „Es gibt im Grunde genommen zwei Verlierer: der Arbeitgeber, der eine hohe Abfindung zahlen muss, und der Arbeitnehmer, der auf der Straße sitzt und dessen Abfindung – die ohnehin durch die Versteuerung stark geschmälert wird – nach einiger Zeit aufgezehrt ist. Die einzigen Gewinner sind die Anwälte und die Richter, die an solchen juristischen Vorgängen verdienen.“
Balfanz: „Ein faires Trennungsmanagement ist möglich!“
Seiner Erfahrung sind jenseits einer Kündigungsschutzklage konfliktfreie Trennungen möglich, die für beide Parteien fair und gesichtswahrend sind. „Auf beiden Seiten gibt es Ängste, Unsicherheiten, rechtliche Wissenslücken und mangelnde Kreativität beim Finden alternativer Lösungen“, sagt Balfanz. Er begleitet den gekündigten Arbeitnehmer, bis dieser eine neue Stelle gefunden und dort die Probezeit bestanden hat.
„Eine Kündigung ist immer auch eine Chance für eine positive Veränderung – auf beiden Seiten“, meint Balfanz abschließend. „Wenn die Trennung aber, wie es heute gängige Praxis ist, nur unter juristischen Gesichtspunkten erfolgt und nicht auf Basis von strategischem Personalmanagement, dann bleibt diese Chance ungenutzt.“
Kontakt für Presseanfragen
Wir freuen uns, wenn Sie dazu beitragen, mit Ihrer Berichterstattung die Studie bekannt zu machen. Gerne stehen Ihnen Prof. König und Harald Balfanz für Ihre Gesprächswünsche zur Verfügung.
Prof. Dr. Cornelius König
Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universtität des Saarlandes (Saarbrücken)
Leiter der Arbeitseinheit
E-Mail: ckoenig@mx.uni-saarland.de
Telefon: 0681 / 302 3629
Harald Balfanz
Balfanz Unternehmensentwicklung
Baden-Baden
E-Mail: info@balfanz-ue.de
Telefon: 07223 / 80 80 066
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Balfanz Unternehmensentwicklung
Heiligensteinstrasse 11
76534 Baden-Baden
Datum: 23.03.2015 - 20:09 Uhr
Sprache: Deutsch
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Baden-Baden
Telefon: 07223 80 80 066
Kategorie:
Universität & Fach-Hochschule
Meldungsart: Unternehmensinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 24.03.2013
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