neues deutschland: Theaterregisseur Falk Richter: "Facebook ist perfekt, beängstigend perfekt"
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Richter zerstört die Technologisierung des Alltags immer mehr die
zwischenmenschliche Kommunikation. Er sei zwar nicht grundsätzlich
gegen das Internet oder gegen die Digitalisierung, sehe aber, dass
durch Facebook und Co. die Beziehungen zwischen den Menschen immer
oberflächlicher würden, erklärt Richter im Interview mit der in
Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland"
(Mittwochausgabe). "Facebook ist ein Ausdruck unseres
spätkapitalistischen Systems." Es sei als Teil einer neoliberalen
Ideologie "perfekt, beängstigend perfekt." Dass man die neuen
digitalen Medien gegen das neoliberale System nutzen könne, halte er
jedoch für unmöglich, betont Richter. Man könne sich die Technik aber
in gewissem Maße zunutze machen. "Im Idealfall kann jeder das
Internet dazu verwenden, eine Debatte abseits der Mainstreammedien
anzufangen." Kritik übt Richter an seinen Kollegen. Viele Autoren
hätten den Status Quo längst akzeptiert. "Sie zeigen lustige
Situationen in Ehen oder Ehekrisen, stellen aber die Institution der
Ehe, bestehende Machtverhältnisse oder unser Wirtschaftssystem nicht
infrage." Falk Richter arbeitet unter anderem an der Berliner
Schaubühne, wo sein Stück »Never Forever« im September vergangenen
Jahres uraufgeführt wurde. Sein neuestes Werk »Zwei Uhr nachts« läuft
im Schauspielhaus Frankfurt.
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Datum: 25.03.2015 - 06:00 Uhr
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