Weitere Kläger gegen Beihilfen für Atomkraftwerk Hinkley Point C: oekostrom AG schließt sich Klage von Greenpeace Energy an
ID: 1191481
wollen gemeinsam gegen britische Subventionen für das geplante
Atomkraftwerk Hinkley Point C klagen. Nachdem Anfang März der
Hamburger Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy ankündigte, eine
entsprechende Nichtigkeitsklage vor dem zuständigen EU-Gericht
einzureichen, hat heute auch die oekostrom AG aus Österreich ihre
Klageabsicht bekanntgegeben. Die oekostrom AG, ebenfalls Anbieter von
hundertprozentigem Ökostrom und Verfechterin einer grünen
Energiezukunft, sieht wie Greenpeace Energy in der Genehmigung der
Beihilfen durch die EU-Kommission einen Verstoß gegen das europäische
Wettbewerbsrecht. Dies dürfe kein Modell werden für weitere geplante
AKW-Projekte, etwa in Ungarn und Tschechien.
"Wir freuen uns über die Klagebereitschaft der oekostrom AG", sagt
Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann, "denn je mehr Kläger
hinzukommen, desto größer werden die juristischen Erfolgsaussichten
gegen die wettbewerbsverzerrenden Beihilfen für Hinkley Point C."
Greenpeace Energy und die oekostrom AG planen nun, im bevorstehenden
Verfahren eine so genannte Klagegemeinschaft zu bilden. Das bedeutet,
dass die Unternehmen eine gemeinsame Klageschrift erstellen lassen,
in denen sie jeweils ihre eigene unmittelbare wirtschaftliche
Betroffenheit durch die Entscheidung der Kommission darlegen.
"Wir sind zuversichtlich, dass sich weitere Unternehmen in den
nächsten Wochen offiziell zu rechtlichen Schritten gegen die
Hinkley-Beihilfen bekennen und sich der Klageallianz anschließen
werden", sagt Sönke Tangermann. So erwägen auch kommunale
Energieversorger wie die Stadtwerke Schwäbisch-Hall, sich an der
Klage zu beteiligen. Auf staatlicher Ebene will Österreich gegen die
von der EU-Kommission genehmigten Beihilfen juristisch vorgehen.
Luxemburg hat angekündigt, die österreichische Klage unterstützen zu
wollen.
"Je mehr konkrete Klagen es gibt, desto höher der Druck auf die
deutsche Politik, sich ebenfalls zu Hinkley Point C zu
positionieren", sagt Sönke Tangermann. Am heutigen Donnerstag befasst
sich auch der Deutsche Bundestag mit dem Fall. Die Fraktionen von
Bündnis 90/Die Grünen und der Linken fordern die Bundesregierung auf,
ebenfalls gegen die wettbewerbsverzerrenden Subventionen für Hinkley
Point C auf den Weg rechtlich vorzugehen.
"Die Bundesregierung muss die Verbraucher und auch die
Erneuerbaren-Branche in Deutschland vor drohenden Belastungen durch
hochsubventionierten Atomstrom aus dem Ausland schützen", sagt Sönke
Tangermann. "Wir fordern von Wirtschaftsminister Gabriel deshalb,
dass er seiner Ablehnung für staatliche geförderter Atomprojekte
jetzt Taten folgen lässt." Gabriel hatte - kurz nach der
Klageankündigung von Greenpeace Energy - auf einem Treffen der
EU-Energieminister Anfang März betont, Deutschland werde nicht
zustimmen, dass die Atomenergie in Europa durch öffentliche Gelder
gefördert wird.
Die Vergütung für Hinkley Point C liegt weit über denen für
erneuerbare Energien in Deutschland. Das Atomkraftwerk könnte
aufgrund der Garantievergütung unabhängig von der Nachfrage große
Mengen Atomstrom in den Markt drücken. Dadurch würden die
Börsenpreise für Strom sowohl in Großbritannien, als auch - durch
grenzüberschreitenden Stromhandel - in Deutschland sinken.
Greenpeace Energy hat im Rahmen seiner Klagevorbereitung in einem
wissenschaftlichen Gutachten untersuchen lassen, welche konkreten
Folgen der hochsubventionierte AKW-Bau in Großbritannien für den
europäischen und deutschen Strommarkt hätte. Ergebnis der Analyse
ist unter anderem, dass engagierte Ökostromanbieter in Deutschland
spürbare Wettbewerbsnachteile erleiden, weil sie ihren Strom nicht an
der Börse, sondern direkt bei Betreibern von Windkraft- oder
Solaranlagen einkaufen. Zudem müssten Verbraucher in Deutschland
wegen Hinkley Point C eine höhere EEG-Umlage zahlen. Denn das System
zur Förderung der Erneuerbaren Energien finanziert Anlagenbetreibern
den Abstand zwischen festen EEG-Fördersätzen und dem Börsenpreis.
Sinken die Marktpreise, so wird eine entsprechend höhere
Ausgleichszahlung über das EEG-Konto fällig.
Juristisch vertreten werden Greenpeace Energy und die oekostrom AG
mit ihrer Gemeinschaftsklage von der auf Energie- und Beihilferecht
spezialisierten, international tätigen Rechtsanwaltskanzlei Becker
Büttner Held. Ihre Klage wollen die Unternehmen in den kommenden
Wochen beim EU-Gericht in Luxemburg einreichen.
Mehr Informationen und Hintergründe zu den Beihilfen für Hinkley
Point C unter www.no-point.de sowie unter
www.greenpeace-energy.de/presse. Kontakt und Infos zur oekostrom AG
unter www.oekostrom.at.
Pressekontakt:
Christoph Rasch
Politik und Kommunikation
Greenpeace Energy eG
Telefon 040 / 808 110 - 658
christoph.rasch@greenpeace-energy.de
www.greenpeace-energy.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.03.2015 - 08:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1191481
Anzahl Zeichen: 5446
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 218 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weitere Kläger gegen Beihilfen für Atomkraftwerk Hinkley Point C: oekostrom AG schließt sich Klage von Greenpeace Energy an"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Greenpeace Energy eG (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Am vergangenen Donnerstag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster den Bebauungsplan für das erst 2020 ans Netz gegangene umstrittene Kohlekraftwerk Datteln IV für unrechtmäßig erklärt. Nun zeigen neue Berechnungen des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft
Greenpeace Energy kritisiert Bundesregierung für fehlende Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU / "Die Impulse der EU-Richtline zu ignorieren, schadet der Energiewende insgesamt&q ...
Strom aus Erneuerbaren Energien leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum Erreichen derKlimaziele Deutschlands, der Europäischen Union und des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens. Um diese Ziele zu erreichen, muss Deutschland seinen gesamten Energieverbrauch spätestens 2040 (besser 2035) vol
Positives Jahresergebnis 2020 / Greenpeace Energy geht gut aufgestellt in bevorstehenden Namenswechsel ...
Der Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy hat trotz Corona-Krise ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Die Energiegenossenschaft, die sich im Herbst in Green Planet Energy umbenennen wird, konnte im Jahr 2020 rund 22.000 neue Strom- und Gas-Kund:innen hinzugewinnen und versorgt inzwischen me
Weitere Mitteilungen von Greenpeace Energy eG
Ab 13. April: RWE SmartHome startet Aktion für mehr Sicherheit zu Hause (FOTO) ...
Einfach sicher leben mit RWE SmartHome - Günstige Starterpakete und Erweiterungsangebote für mehr Sicherheit - Weitere Sonderangebote mit 20 % Rabatt im April Mehr Sicherheit zu Hause und auch von unterwegs: Die Haussteuerung RWE SmartHome bietet eine Reihe intelligenter Produkte, mit den
7. STIEBEL-ELTRON-Dialog zur Evolution der Architektur ...
Die Energiewende und die Wohnungswirtschaft - passt das? Welche Auswirkungen haben EnEV, EEG und Energielabel auf den Geschosswohnungsbau? Wie können Investor und Mieter von nachhaltiger, effizienter Haustechnik profitieren? Welche Lösungen gibt es? Zu diesen Themen veranstaltet Stiebel Eltron am
Technische Einbindung von KWK-Anlagen 2015 ...
Immer wieder werden KWK-Projekte in Unkenntnis der bestehenden technischen Vorgaben und aufgrund fehlender Praxiserfahrung unzureichend eingebunden. Dies führt zu einem ineffizienten Betrieb der Blockheizkraftwerke (BHKW). Meist sind Fehler für diesen Missstand verantwortlich, die bei der
BHKW-Jahreskonferenz 2015 in Dresden ...
In vier Wochen findet in Dresden die diesjährige BHKW-Jahreskonferenz statt. Mehr als 190 Teilnehmende sowie 25 Aussteller haben sich bereits dafür angemeldet. Durch das Bekanntwerden der Eckpunkte des novellierten KWK-Gesetzes in der letzten Woche hat die ?BHKW 2015? am 21./22.




