Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Sommerzeit
Auf den Prüfstand stellen
Dirk-Ulrich Brüggemann
ID: 1192568
Stunde vorgestellt, und wir haben wieder Sommerzeit. Eine Stunde
weniger Schlaf, eine Stunde eher ins Bett gehen. Der Körper braucht
mal wieder einige Tage, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.
Dem einen gelingt dies schneller, der andere braucht mehr Zeit. Wofür
das Ganze? Sparen wir wirklich Energie? Nutzen wir das Tageslicht
wirklich besser? Ja, sagen natürlich die Befürworter. Doch die Zahl
derer, die am Sinn der mittlerweile in der Europäischen Union
einheitlichen Sommerzeit zweifeln, wird immer größer. Laut einer
jetzt veröffentlichten Forsa-Umfrage haben sich drei Viertel aller
Bundesbürger gegen das Uhrumstellen im Frühjahr und im Herbst
ausgesprochen. Können sich so viele Menschen irren? Vielleicht
sollten die Europapolitiker sich wirklich mal fragen, ob die
Zeitumstellung noch zeitgemäß ist und wirklich Sinn macht. Klar, die
Termine stehen ja auf Jahre hinaus fest. Und wer
Umstellungsschwierigkeiten hat, soll sich gefälligst langfristig mit
seinem Biorhythmus anpassen. Den Mini-Jetlag wird jeder irgendwie
verkraften und letztlich auch wegstecken. Wer Urlaub in Down Under
macht, muss ganz andere Zeitumstellungen über sich ergehen lassen.
Die Zeiten, wo mit den Hühnern ins Bett gegangen und mit dem ersten
Hahnenschrei aufgestanden wurde, sind lange vorbei. Und ob man sich
das Mittelalter zurückwünschen sollte ...
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Datum: 27.03.2015 - 20:30 Uhr
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