ARD-Recherche-Redaktion Sport: Neuer Dopingtest entwickelt / Nur ein Blutstropfen genügt für Analyse / Bald verstärkte Kontrollen im Breitensport?
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Dimension erreicht. Ab sofort soll es möglich sein, dopende Sportler
allein durch einen Pikser in den Finger zu überführen. Nach
Informationen der ARD-Recherche-Redaktion Sport wurde im deutschen
Anti-Doping-Labor in Köln ein neuer Test entwickelt, bei dem ein
einziger Blutstropfen für die Analyse ausreicht. Der Test sei deshalb
schneller, unkomplizierter und kostengünstiger als die bisherigen
Urin- und Blutkontrollen, sagt der Kölner Doping-Analytiker Prof. Dr.
Mario Thevis im Interview: "Für die Dopingkontrolle würde bei dem
Sportler mit Hilfe einer Lanzette oder Nadel ein Stich zum Beispiel
in die Fingerbeere durchgeführt werden. Der austretende Bluttropfen
würde auf eine Scheckkarten große Karte gegeben werden. Der Tropfen
trocknet dann darauf und kann dann in einem entsprechenden Behälter
und konventioneller Post einfach bei Raumtemperatur getrocknet zum
Dopingkontroll-Labor gesendet werden."
Die verfeinerte Nachweismethode wurde am Kölner Zentrum für
Präventive Dopingforschung unter anderem für Kontrollen im
Breitensport entwickelt. Wie Nachforschungen der
ARD-Recherche-Redaktion Sport ergaben, werden Hobbysportler bei
Radrennen, Marathons und Triathlons in Deutschland, Österreich und
der Schweiz kaum getestet. Viele Veranstalter verzichten aus
Kostengründen, und weil der organisatorische Aufwand zu groß ist,
sogar komplett auf Dopingkontrollen. Dabei gebe es genügend Hinweise
darauf, dass gerade auch bei Rennen im Ausdauer-Breitensport gedopt
wird, sagt der österreichische Sportmoderator Othmar Peer, der den
Ötztaler Radmarathon als Organisator mit aufgebaut hat. "Das ist für
mich als Moderator immer ein bisschen schwierig: Da soll ich im Ziel
Stimmung machen und weiß genau, also das ist sicher nicht mit rechten
Dingen zugegangen. Man sieht das an diversen Leistungssprüngen bei
Teilnehmern. Natürlich werden an der Spitze einige sein, die mit
unerlaubten Mitteln arbeiten. Aber das Problem ist auch weiter hinten
zu finden. Die Leute haben ihre persönlichen Ziele, die sie mit allen
Mitteln erreichen wollen. Manche nehmen sogar etwas, weil sie unter
zehn Stunden fahren wollen", so Othmar Peer gegenüber der
ARD-Recherche-Redaktion Sport.
Othmar Peer geht von einer extremen Doping-Dunkelziffer generell
bei Breitensportveranstaltungen im Ausdauerbereich aus. Das Thema
wird in den sozialen Netzwerken und Internetforen seit Wochen schon
heiß diskutiert. Immer mehr Hobby-Radsportler fordern Kontrollen und
saubere Rennen. Mit dem sogenannten Blutstropfen-Test gebe es dafür
jetzt eine neue Alternative zu den bisherigen Kontroll-Verfahren, so
Doping-Analytiker Prof. Dr. Mario Thevis: "Der Test wäre für
Breitensport-Veranstaltungen insofern sinnvoll, als dass man die
größten Probleme in diesem Bereich auch analytisch angehen kann. Die
Kosten der Proben-Entnahme und des Transports werden enorm reduziert.
Und man kann sagen, wir testen jetzt nicht das ganze Spektrum an
Substanzen ab wie im Spitzensport, sondern konzentrieren uns auf die
wesentlichen Aspekte wie anabole Steroide, Stimulanzien, Cannabinoide
etc. und wollen dies insbesondere zum Schutz und zur Aufklärung der
Jugendlichen, der nachwachsenden Sportler-Generation, einsetzen."
Zitate gegen Quellenangabe "ARD-Recherche-Redaktion Sport" frei.
Pressekontakt: Wolf-Günther Gerlach, Tel.: 06131 929-33293,
wolf-guenther.gerlach@swr.de
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Datum: 31.03.2015 - 13:39 Uhr
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