Osterhasen fordern höhere Kakaopreise für westafrikanische Bauern
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deutschen Städten gehen dutzende Osterhasen auf die Straße. Denn noch
immer stecken Hunger, Armut und ausbeuterische Kinderarbeit in fast
allen Osterleckereien. Gemeinsam mit der INKOTA-Kampagne Make
Chocolate Fair! fordern sie die Schokoladenindustrie auf, die
Einkommenssituation von Kakaobauern grundlegend zu verbessern. Trotz
vieler Nachhaltigkeitsinitiativen der Schokoladenunternehmen liegt
das Pro-Kopf-Einkommen einer Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste
weiter bei 0,50 US-Dollar am Tag. Um zumindest die international
definierte Armutsgrenze von 2 US-Dollar pro Tag zu erreichen, müsste
das Einkommen der Bauern vervierfacht werden.
"Die freiwilligen Nachhaltigkeitsinitiativen vieler
Schokoladenunternehmen zielen in erster Linie auf
Produktivitätssteigerungen und Qualitätsverbesserung im Kakaoanbau
ab. Das allein ist aber nicht ausreichend, um die Kakaobauern
dauerhaft aus Hunger und Armut zu befreien", sagt Evelyn Bahn von der
INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair!. "Die Schokoladenindustrie muss
sich der Diskussion stellen, welcher Kakaopreis den Bauern in
Westafrika ein existenzsicherndes Einkommen ermöglicht und diesen
dann auch zahlen. Niemand kann mehr leugnen, dass der derzeitige
Preis zu niedrig ist."
Bahn sieht die Schokoladenindustrie in der Verantwortung etwas an
der Einkommenssituation der Kakaobauern zu ändern. Auch das kürzlich
veröffentliche Cocoa Barometer sieht Handlungsbedarf auf Seite der
Schokoladenindustrie: Schokoladenproduzenten wie Nestlé, Mars,
Ferrero und Mondelez, Kakaoverarbeiter wie Barry Callebaut und
Cargill und wenige Einzelhandelsunternehmen kontrollieren 80 Prozent
der Segmente in der Wertschöpfungskette von Schokolade. Damit stehen
5,5 Millionen Kakaobauern nur wenigen Großkonzernen gegenüber. "Die
Konzerne dürfen diese Marktmacht nicht weiter zu Lasten der Bauern
ausnutzen", erklärt Bahn. "Die Schokoladenindustrie muss endlich die
Stellschrauben setzen, damit der Kakaopreis steigt", so Bahn weiter.
Das könne gegebenenfalls auch heißen, dass im kommenden Jahr der
Schokohase teurer wird.
Die Kampagne Make Chocolate Fair! arbeitet derweil mit Erfolg
daran, den öffentlichen Druck auf die Schokoladenindustrie zu
erhöhen. Zu Ostern protestieren Aktivisten der Kampagne in fünfzehn
deutschen Städten gegen die Missstände im Kakaoanbau und sammeln
Unterschriften für die Kampagnenpetition an die Schokoladenindustrie.
"Jeder kann mit seiner Unterschrift deutlich machen, dass wir es satt
haben, Schokolade zu essen, in der Hunger, Armut und ausbeuterische
Kinderarbeit stecken", sagt Bahn. Außerdem empfiehlt sie, beim
Befüllen der Osternester auf faire und nachhaltig zertifizierte
Schokolade zu achten. Die Petition wurde bereits von mehr als 70.000
Menschen unterzeichnet und soll Ende 2015 an Vertreter der
Schokoladenindustrie in Brüssel überreicht werden.
Pressemitteilung als PDF: http://ots.de/KuvQB
Weitere Informationen
- Fotos von protestierenden Osterhasen: http://bit.ly/1OUbkHx
- Pressemappe von Make Chocolate Fair!: http://bit.ly/1efjZUn
- Webseite von Make Chocolate Fair!: www.de.makechocolatefair.org
- Infografik: Kostenanteil des Rohkakaos an einer Tafel
Vollmilchschokolade: http://bit.ly/1Dn9mMN
- Cocoa Barometer 2015: http://www.cocoabarometer.org/Home.html
Make Chocolate Fair! ist eine europäische Kampagne von
zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern.
Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von
Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika
getragen. INKOTA übernimmt die Koordination der Kampagne in
Deutschland. Bis 2015 sollen im Rahmen der Kampagne 100.000
Unterschriften für die Petition an die Schokoladenindustrie gesammelt
werden.
Pressekontakt:
Evelyn Bahn,
Koordinatorin der europäischen Kampagne Make Chocolate Fair!,
Tel.: 0177-32 43 408, E-Mail: bahn@inkota.de
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Datum: 31.03.2015 - 14:12 Uhr
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