Lausitzer Rundschau: Das Vielleicht-Gesetz
Bundeskabinett will Gas-Fracking prinzipiell zulassen
ID: 1194762
neuen, optimierten Technik auch noch die letzten Reste fossiler
Energieträger aus der Erde zu kratzen, um sie anschließend zu
verbrennen. Fracking ist in dieser Hinsicht nicht besser oder
schlechter als andere Methoden fossiler Energiegewinnung und, sofern
es gelingt, den Einsatz von Chemikalien zu minimieren, auch direkt an
den Förderstellen nicht umweltschädlicher. Dafür wird die Industrie
schon sorgen. Am Ende der schönen Energieverbrauchs-Party aber steht
unweigerlich die Klimakatastrophe. Der durch Fracking verursachte
billige Förderpreis macht die Menschen weltweit dafür noch blinder,
als sie es ohnehin schon sind. Es ist verwunderlich, dass eine
Regierung, der eine Klimakanzlerin und ein ökologisch durchaus
bewusster Sozialdemokrat vorstehen (beide stellten sich anklagend vor
die schmelzenden Gletscher in Grönland), jetzt ein Gesetz verfasst,
das Fracking in Deutschland prinzipiell ermöglicht. Wenn auch unter
scharfen Auflagen. Das erstaunt, weil die Deutschen sich kollektiv
längst einen anderen Erkenntnis- und Bewusstseinsstand erarbeitet
haben. Die Bürger, unter deren Haus und Grund gefrackt werden soll,
und die eine Entwertung ihres Besitzes befürchten, sowieso.
Deutschland hat unumkehrbar den Weg der erneuerbaren Energien und der
Energieeinsparung beschritten. Es braucht dieses Gas nicht. Und es
hat noch nicht einmal nennenswerte Vorkommen davon. Deshalb ist sogar
fraglich, ob die Industrie angesichts der zu erwartenden Widerstände
auch nur Versuchsbohrungen durchführen wird. Ein klares Nein zum
Fracking wäre international ein klimapolitisches Signal gewesen, das
man innenpolitisch praktisch zum Nulltarif hätte haben können.
Wirklich verwunderlich.
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Datum: 01.04.2015 - 20:36 Uhr
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