Jemen: Große humanitäre Katastrophe schwelt
CARE-Länderdirektor: "Die Infrastruktur ist kollabiert und der Zugang zur Zivilbevölkerung blockiert"
ID: 1196210
im Jemen warnt die Hilfsorganisation CARE davor, dass sich die
bereits seit langem fragile Situation im Land in eine schwere
humanitäre Katastrophe ausweiten könnte.
"Der Jemen ist einer der ärmsten Staaten im Mittleren Osten. Das
Leid der Zivilbevölkerung wird immer katastrophaler werden, wenn die
Kampfhandlungen weiter andauern", berichtet Daw Mohamed,
Länderdirektor von CARE im Jemen. "Besonders besorgniserregend ist
die Situation im Süden, wo willkürlich abgefeuerte Geschosse
unschuldige Menschen töten. Die Infrastruktur ist kollabiert und der
Zugang zur Zivilbevölkerung blockiert."
Die Zahl der Zivilisten, die getötet, verletzt oder vertrieben
werden, steigt dramatisch, während sich die Kämpfe über immer neue
Teile des Landes erstrecken und viele Menschen versuchen, sich in
Sicherheit zu bringen. Der Zugang zu den Hilfsbedürftigen ist
schwierig, da viele Straßen und Brücken blockiert sind. Alle Häfen
und Flughäfen sind geschlossen. Aufgrund des teilweise gesperrten
Luftraumes ist es extrem schwierig, Hilfsgüter ins Land zu bringen.
Bereits vor den jüngsten Entwicklungen waren über 60 Prozent der
Bevölkerung im Jemen auf Hilfe zum Überleben angewiesen. Mehr als
800.000 Kinder sind von schwerer Mangelernährung betroffen. In den
umkämpften Gebieten müssen die Menschen in diesen Tagen selbst auf
die letzten Reste einer funktionierenden Infrastruktur verzichten -
Benzinmangel, steigende Lebensmittelpreise und häufige Stromausfälle
erschweren die Situation.
"Wie unzählige Familien im Jemen müssen auch unsere einheimischen
Kollegen derzeit zu Hause auf ein Ende der Kämpfe hoffen", berichtet
Daw Mohamed. "Umso wichtiger ist es, dass jetzt schnell Hilfsgüter
ins Land kommen und die betroffenen Gemeinden erreicht und versorgt
werden können. Viele Krankenhäuser wurden zerstört oder sind
unzugänglich. Neugeborene Kinder und schwangere Frauen können derzeit
nicht die Gesundheitsversorgung erhalten, die sie so dringend
benötigen." CARE ruft alle Konfliktparteien dazu auf, das Leben der
Zivilisten zu schützen und einen Zugang für humanitäre Hilfe
zuzulassen. Zudem sollten alle Parteien eine rasche politische Lösung
des Konfliktes finden, um eine weitere Zuspitzung der humanitären
Krise zu verhindern.
CARE arbeitet seit 1992 im Jemen und setzt sich dort unter
anderem für die wirtschaftliche Stärkung von Frauen und Jugendlichen
ein, unterstützt die Wasserversorgung und beugt sexualisierter Gewalt
vor. Zudem leistet CARE Nothilfe für Flüchtlinge und marginalisierte
Gruppen.
Pressekontakt:
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CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sabine Wilke
Telefon: 0228 / 97563 46
Mobil: 0151 / 147 805 98
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Datum: 08.04.2015 - 09:54 Uhr
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