Guy Wagner (Banque de Luxembourg): Höhere Volatilität an den Aktienmärkten wahrscheinlich
Aktien dürften in den kommenden Monaten stärker schwanken. Dies sei auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich der Zeitraum Mai bis Oktober annähere, der historisch gesehen für Aktien deutlich ungünstiger war als der Zeitraum November bis April, schreiben Guy Wagner, Chief Investment Officer der Banque de Luxembourg, und sein Team in der jüngsten Ausgabe ihrer monatlichen „Investment-Highlights‘.
USA: Analysten rechnen mit erster zinspolitischer Straffung im September
Im März verwendete US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen nicht mehr den Begriff ‚geduldig‘, als sie ihre Haltung gegenüber einer eventuellen künftigen zinspolitischen Straffung beschrieb. Damit lässt sie die Möglichkeit für eine Leitzinserhöhung bei ihrer Sitzung im Juni offen. „Da sie jedoch betonte, dass sie den Prozess einer Zinsanhebung auch nicht ungeduldig angehen wolle, rechnen die Analysten inzwischen mit einer ersten zinspolitischen Straffung im September“, meint der Luxemburger Ökonom. In Europa schloss der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, aus, das Kaufprogramm von Schuldverschreibungen von 60 Milliarden Euro pro Monat vor September 2016 zu beenden, auch wenn die Inflation in den kommenden Monaten wieder über null Prozent ansteigen sollte.
Quantitative Lockerung der EZB sorgt für erneute Entspannung bei Eurozonen-Staatsanleihen
Wegen des EZB-Programms der quantitativen Lockerung entspannten sich die Staatsanleiherenditen der Eurozone weiter. So gingen die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen in Deutschland, Italien und Spanien zurück. Guy Wagner: „Die massiven Interventionen der europäischen Währungsbehörden sprechen nicht für eine Trendwende in der Eurozone, auch wenn die Renditen auf grotesk niedrigem Niveau liegen.“ In den USA entspannten sich die Anleiherenditen ebenfalls. „Seitens der entwickelten Volkswirtschaften bleiben US-Staatsanleihen die interessanteste Alternative, da eine Annäherung der amerikanischen Zinsen auf europäisches Niveau nicht mehr auszuschließen ist, falls die US-Wirtschaft weiter enttäuschen sollte.“
Euro setzt Talfahrt fort
Im März setzte der Euro seine im Mai 2014 begonnene Abwärtsentwicklung fort. Seitdem verlor die Gemeinschaftswährung 22,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar. „Da eine erste Anhebung der US-Zinsen vermutlich nicht im Juni, sondern frühestens im September erfolgen wird, dürfte sich die Aufwertung des US-Dollars kurzfristig etwas verlangsamen“, meint Guy Wagner. „Dennoch dürfte der Aufwärtstrend des Dollars anhalten, solange das Szenario eines Zinsanstiegs in den USA nicht vollständig ausgeräumt ist.“
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Mike THOMÉ
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Datum: 17.04.2015 - 10:26 Uhr
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