Allg. Zeitung Mainz: zur Katastrophe im Mittelmeer / Europas Tragödie
ID: 1200940
schockierenden Nachrichten von der libyischen Küste in wenig
nachhaltigen Aktionismus verfallen. Natürlich sind die neuerlichen
Opferzahlen entsetzlich. Aber noch viel entsetzlicher ist, dass das
Sterben auf See kein Ende nimmt. Das Mittelmeer, das die Römer in
zumindest in dieser Hinsicht glücklicheren Zeiten "Mare Nostrum" -
unser Meer - nannten, ist ein Massengrab. Wir überfliegen es auf
unserem Weg in den Urlaub, unsere Kreuzfahrtschiffe kreuzen die
Routen der Seelenverkäufer, auf denen die Flüchtlinge um ihr Leben
bangen. Wer diese gegen jede Menschlichkeit verstoßende Tragödie
wirklich ändern will, schafft das nicht mit noch so vielen
Rettungsteams. Dauerhafte Lösungen können nur in den Herkunfts- und
Transitländern liegen. Zuallererst muss das Schleppersystem, bei dem
an vielen Stationen viele Profiteure blutiges Geld verdienen, so weit
wie möglich trockengelegt werden. Sichere Fähr- oder Flugverbindungen
wären ein bedenkenswerter Ansatz. Allerdings würden sie automatisch
wie auch immer geartete europäische Aktivitäten in Afrika und Nahost
bedingen. Nur durch eine bessere Präsenz Europas vor Ort hätte man
Gelegenheit, den langfristig wirkenden Gründen, die viele Menschen
überhaupt erst in eine Flucht treiben, zu begegnen: wirtschaftliche
Not, Kriege, religiöser - zurzeit vielfach islamistischer -
Fanatismus. Machen wir uns nichts vor: Eine Totalabsicherung des
gesamten Seegebiets wegen dieser Zustände ist Illusion. Und je mehr
Schiffe Europa ins Mittelmeer sendet, desto gründlicher macht es sich
- in letzter Konsequenz - zum Handlanger der Schlepper. Deshalb
müssen die Rettungsprogramme zwar trotzdem kurzfristig wieder
verbessert werden. Sie können und dürfen aber langfristige Arbeit
nicht ersetzen.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Isabell Steinbach
Newsmanagerin
Telefon: 06131/485980
desk-zentral@vrm.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 19.04.2015 - 20:42 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1200940
Anzahl Zeichen: 2156
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 324 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Allg. Zeitung Mainz: zur Katastrophe im Mittelmeer / Europas Tragödie"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Allgemeine Zeitung Mainz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte hält einen Austritt der FDP aus der Berliner Ampelkoalition für möglich. "Die Ergebnisse der FDP bei den vergangenen Landtagswahlen befinden sich im kaum noch messbaren Bereich", sagt Korte im neuen Podcast der VRM "Korte &
Es bleibt ein Störgefühl / Kommentar von Jens Kleindienst zum Karlsruher AfD-Urteil ...
Als demokratisch gewählter Vertretung des Volkes kommt dem Bundestag "bei der Gestaltung seiner inneren Organisation und des Geschäftsgangs ein weiter Spielraum zu". So hat es das Bundesverfassungsgericht jetzt bekräftigt - und sich damit selbst große Zurückhaltung auferlegt. Einzige
Wir brauchen eine Vision für unser Land / Kommentar von Dennis Rink zum Zustand Deutschlands ...
Wohin führt unsere Reise? Befindet sich Deutschland wirklich im Sinkflug? Und was bedeutet das für uns? Umfragen bestätigen regelmäßig, dass wir Deutsche uns diese Frage immer häufiger stellen - und dass wir Sorgen haben. Können wir hier noch sicher leben? Bleibt die Demokratie die sattelfest
Weitere Mitteilungen von Allgemeine Zeitung Mainz
Neue Westfälische (Bielefeld): Lokführergewerkschaft will neue Streiks¶ Wider jede Vernunft¶ MATTHIAS BUNGEROTH¶ ...
Langsam, aber sicher wird es einsam um Claus Weselsky. Der streitbare Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer findet außer im Lager anderer Spartengewerkschaften nicht mehr viel Rückenwind für seine harte Linie. Erneut will die GDL ihre Mitglieder zum Streik aufrufen. Ein Streik wider
Neue Westfälische (Bielefeld): Debatte um das Sturmgewehr G 36¶ Unpräzise¶ HUBERTUS GÄRTNER¶ ...
Materialprobleme bei der Bundeswehr haben immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Berichtet wurde über Mängel an Panzerfahrzeugen, Hubschraubern und Flugzeugen. Für die Soldaten, die auf lebensgefährlichen Auslandseinsätzen ihren Dienst versehen müssen, war das eigentlich schon sch
Rheinische Post: Digitales Experiment Kommentar Von Martina Stöcker ...
Jugendliche legen ihr Smartphone nur ungern aus der Hand, viele von ihnen sind "digital natives", also mit Internet oder Tablet-Computer aufgewachsen. Deshalb klingt es logisch, wenn das Land NRW und die Schulen vermehrt auf digitalen Unterricht setzen. Auch Schulbücher könnten als E-
Rheinische Post: Gegen Strom-Abzocke Kommentar Von Antje Höning ...
Die Vertreibung aus dem Paradies ist schmerzhaft, wie nun die Versorger erleben. Erst brach der Staat mit der Strommarkt-Liberalisierung ihr Oligopol, dann nahm er ihnen die Atommeiler und päppelte die Ökostrom-Konkurrenz. Und nun will er auch noch das Endkunden-Geschäft verderben. Ist das fai




