NOZ: Neue Osnabrücker Zeitung - Interview mit ADAC-Präsident August Markl
ID: 1207192
Sanierung von Autobahnen und Brücken
Markl: Fernstraßenetat auf acht Milliarden Euro erhöhen - Autoclub
nach Krise wieder auf gutem Kurs
Osnabrück.- ADAC-Präsident August Markl fordert mehr Geld für die
Sanierung von Autobahnen und Brücken. Die Einnahmen aus der
umstrittenen Pkw-Maut wären vermutlich "nur ein Tropfen auf den
heißen Stein", sagte Markl in einem Interview mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Montag) und verwies auf entsprechende
Expertenaussagen. Neben der Sanierung und dem Erhalt des
Autobahnnetzes müsse der Fokus vor allem auf die Engpassbeseitigung
gelegt werden, forderte Markl. "Außerdem sollte der Fernstraßenetat
dauerhaft auf etwa acht Milliarden Euro erhöht werden", sagte er.
Andernfalls werde sich "die Stausituation auf den deutschen
Autobahnen weiter dramatisch verschärfen", warnte der ADAC-Präsident.
Man müsse kein Prophet sein, um dies zu erkennen.
Mit Blick auf die nach dem Skandaljahr 2014 gestartete "Reform für
Vertrauen" sieht Markl den ADAC auf gutem Kurs. "Wir haben einen
umfassenden Kulturwandel begonnen", sagte Markl und verwies auf neue
Compliance-Richtlinien, ein neues Leitbild sowie einen neuen
Vertriebskodex. "Im Moment führen wir in der Zentrale ein
360°-Feedback-System ein. Wir wissen aber auch, dass ein Kulturwandel
eine Aufgabe ist, die wir über Jahre vorantreiben müssen", erklärte
er. Insgesamt spüre er einen "großen Reformwillen aus allen Ebenen",
so Markl. "Ich meine, dass allen klar geworden ist, dass wir das nur
miteinander schaffen. Nur so ist gewährleistet, dass wir diese sehr
ambitionierte Reform erfolgreich umsetzen können."
Auch ihn persönlich habe die Krise des ADAC verändert, sagte
Markl. "So eine Krise erzieht aber auch zur Demut. Man hinterfragt
sich viel öfter: Ist das alles richtig, was wir machen, was ich
mache? Und das ist auch ganz gut so."
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Datum: 04.05.2015 - 05:00 Uhr
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