Sächsisches Sozialministerium verlangt weiter Schulgeld für Altenpflegeausbildung /Politik setzt A

Sächsisches Sozialministerium verlangt weiter Schulgeld für Altenpflegeausbildung /Politik setzt Ankündigungen nicht um, Altenpflegeschüler zahlen die Zeche/Fachkräftemangel in Sachsen wird verschärft

ID: 1219941
(ots) - Der Bundesverband privater Anbieter sozialer
Dienste (bpa) ist verärgert über die mangelnde Umsetzung der
Ankündigungen des Sächsischen Sozialministeriums bei einer der
wichtigsten Aufgaben der sächsischen Pflegebranche. Der Grund dafür
ist, dass Sachsens Auszubildende zum Altenpfleger - trotz
Fachkräftemangels im Freistaat - auch in diesem Jahr wieder Schulgeld
zahlen müssen. Damit bricht das Ministerium ein gegebenes politisches
Versprechen. "Jedem Auszubildenden im Handwerk oder der Industrie
wird ein kostenloser Berufsschulplatz zur Verfügung gestellt und auch
das Medizinstudium ist kos-tenlos. Es ist ein Skandal, dass
gleichzeitig Altenpflegeschüler für ihren Schul-platz zahlen müssen.
Das gibt es in keiner anderen Branche und gehört endlich
abgeschafft", sagt Dr. Matthias Faensen, Vorsitzender des bpa
Sachsen.

Die Mitgliedsunternehmen des bpa werben seit Jahren für die
Ausbildung in der Altenpflege in Sachsen und müssen potentiellen
Bewerbern auch für das an-stehende Schuljahr 2015/2016 erneut
vermitteln, dass ein Schulgeld zwischen 50 bis 150 Euro monatlich
aufzubringen ist.

"Es ist eine Farce. Seit Jahren setzt sich der bpa dafür ein, die
Schulgeldpflicht in Sachsen abzuschaffen. Bereits 2013 sagte dies die
damalige Sächsische Sozialministerin Christine Clauß zu und
formulierte im Jahr 2014 eine entsprechende Aussage in der Initiative
"Pro Pflege Sachsen". Darüber hinaus waren sich auch die
Regierungsfraktionen nach der Landtagswahl 2014 in dieser Frage einig
und verankerten im Koalitionsvertrag die Abschaffung des Schulgeldes.
Und jetzt müssen wir erfahren, dass es das Sächsische
Sozialministerium auch in diesem Jahr nicht schafft, die
Auszubildenden von den finanziellen Belastungen in der
Berufsausbildung zum Altenpfleger zu befreien und verweist auf das


kommende Jahr", so Dr. Faensen und ergänzt: "Pflegefachkräfte sind
ein anerkannter Mangelberuf, alle Pflegeeinrichtungen suchen dringend
Fachkräfte, um die Versorgung der pflege- und hilfebedürftigen
Menschen gewähr-leisten zu können, und das Sächsische
Sozialministerium verschärft den Fachkräftemangel durch seine
Untätigkeit."

Für weitere Verstimmung sorgt, dass offenbar auch im nächsten Jahr
nicht geplant ist, das Schulgeld gänzlich abzuschaffen, sondern
vielmehr ein Förder-topf installiert werden soll, aus dem dann die
Azubis ihr Schulgeld per Antrag zurückfordern können. Faensen: "Auf
diese Weise wird unnötige Bürokratie geschaffen, die Auszubildenden
müssten in Vorleistung gehen. Statt Schulabgänger für einen Beruf in
der Pflege zu motivieren, werden sie so eher abgeschreckt."

Attraktivitätssteigerung der Pflegeberufe sieht anders aus und
setzt zumindest einen kostenlosen Schulplatz für
Altenpflegeauszubildende voraus. Der bpa Sachsen erneuert deshalb
noch einmal seine Forderung, das Schulgeld für die Ausbildung in der
Altenpflege gänzlich abzuschaffen - sofort, ohne Kompromisse und
unnötige Bürokratie.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon
beinahe 500 in Sachsen, die größte Interessenvertretung privater
Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.



Pressekontakt:
Für Rückfragen: Jacqueline Kallé, Leiterin der
bpa-Landesgeschäftsstelle Sachsen, Tel.: 0341/211 05 30, Mobil:
0162/134 135 6, www.bpa.de

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Datum: 02.06.2015 - 16:44 Uhr
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