RNZ: Abpfiff - Kommentar zum Blatter-Rücktritt
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überraschend - aber genau so, wie man es von ihm erwarten durfte:
Keine Fragen erlaubt. Kein Wort zu möglichen eigenen Verfehlungen.
Nur: Blatter, der gescheiterte Kämpfer für eine saubere Fifa,
enttäuscht, weil er nicht mehr die ganze Welt hinter sich weiß. Was
für ein Rührstück. Die Farce der Wiederwahl und die anschließende
Kampfansage haben Blatter letztlich nicht mehr geholfen. Während das
Fifa-Netz aus Gefälligkeiten und erkauften Loyalitäten ihn weiter
getragen hätte, kamen die externen Einschläge zuletzt immer näher:
Erst die scharfe Kritik der großen Sponsoren. Dann die Verstrickung
des Blatter-Intimus Jérôme Valcke in den Bestechungsskandal, der
schon die halbe Führungsriege in den Abgrund gerissen hatte. Eine
Spaltung des Weltverbands und der sportliche Gau eines WM-Boykotts
sind vorerst vom Tisch. Für Fans, Spieler und Vereine ist das die
gute Nachricht. Den Blatter-Kritikern vor allem aus Europa bietet
sich unverhofft eine Chance, die aber auch eine Herausforderung ist.
Wenn sich beim Neuaufbau die alten korrupten Strukturen durchsetzen,
wird sich langfristig wenig ändern. Das erfordert mehr Mut, als ihn
etwa die Uefa vor dem Wahlkongress gezeigt hat.
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Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
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Datum: 02.06.2015 - 20:34 Uhr
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