Auch nach UNFCCC-Klimaverhandlungen in Bonn kein Ausstieg aus fossilen Energien absehbar

Auch nach UNFCCC-Klimaverhandlungen in Bonn kein Ausstieg aus fossilen Energien absehbar

ID: 1223912
(ots) - Zum Abschluss der Bonner UN-Verhandlungen zur
Vorbereitung des Weltklimagipfels in Paris kritisierte der Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass der erforderliche
Abschied von fossilen Energiequellen bis 2050 nicht als zentrales
Element des zukünftigen Klimavertrags bestätigt worden sei.

"Von dem beim G7-Gipfel beschworenen Geist der Dekarbonisierung
war in Bonn nichts zu sehen. Die bisherigen Klimaschutzpläne der
G7-Staaten und vieler anderer Länder reichen bei weitem nicht, um die
Erderwärmung zu begrenzen. Kein einziges Land hat erkennen lassen,
dass es bereit ist, seine Klimaschutzpläne nachzubessern. Das wäre
die Voraussetzung, damit das Pariser Klimaschutzabkommen den
notwendigen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen liefert",
sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Weiger kritisierte auch, dass in Bonn nicht geklärt worden sei, ob
die nationalen Klimaschutzpläne überhaupt in das Paris-Abkommen
aufgenommen oder nur als unverbindliche Absichtserklärungen angehängt
würden. Offen sei zudem, ob das Abkommen lediglich für die Zeit nach
2020 Klimaschutzmaßnahmen enthalten werde oder auch für die Zeit
davor. "Es ist dringend notwendig, dass die Staaten bereits in den
nächsten fünf Jahren ihre CO2-Emissionen drastisch senken. Nur dann
können die negativen Folgen des Klimawandels noch begrenzt werden",
sagte der BUND-Vorsitzende.

Ungeklärt geblieben sei außerdem, welchen Stellenwert in dem
Paris-Abkommen die finanzielle Unterstützung für Länder einnehme, die
vom Klimawandel besonders stark betroffen seien und Schäden und
Verluste durch die Folgen des Klimawandels erlitten.

"Es bleibt unklar, wer den vom Klimawandel hart betroffenen
Ländern wieviel von den versprochenen 100 Milliarden US-Dollar zur
Verfügung stellt. Die Industrieländer versuchen, sich aus der


Verantwortung zu stehlen. Geht es nach ihnen, sollen öffentliche
Gelder nur einen kleinen Teil ausmachen, der größere soll aus der
Privatwirtschaft kommen. Wir sagen: Es müssen vor allem öffentliche
Gelder bereitgestellt werden. Und dies nicht unverbindlich, sondern
als verbindliche Zusagen im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens",
sagte Weiger.

Ein Foto von der BUND-Protestaktion bei der Klimakonferenz in Bonn
finden Sie unter
http://www.bund.net/presse/bild_und_ton/aktionen_und_projekte/#c98338

Weitere Informationen: Die neue BUND-Online-Aktion "Europaweite
Menschenkette - Klimaschutz jetzt!" finden Sie im Internet unter:
www.bund.net/klimaschutz_jetzt



Pressekontakt:
Ann-Kathrin Schneider, BUND-Klimaexpertin:
in Bonn mobil unter: 0151-24087297
E-Mail: annkathrin.schneider@bund.net bzw.

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher:
Tel. 030-27586-425, Fax: -440
E-Mail: presse@bund.net
Internet: www.bund.net

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Datum: 11.06.2015 - 14:19 Uhr
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