Westfalen-Blatt: zu Griechenland
ID: 1224596
Wille muss von allen Seiten kommen. Deshalb ist es richtig, wenn wir
immer miteinander sprechen.« Schöne Worte der Bundeskanzlerin. Jedoch
lässt sich in der Griechenland-Krise weder ein guter Wille noch ein
funktionierender Weg erkennen. Griechenland steht vor dem Bankrott.
Die Frage lautet: Ist das Land noch noch zu retten und wenn ja, wie?
Und was könnten die verschiedenen Szenarien für Angela Merkel
bedeuten?
Fall 1: Griechenland fällt, aber Europa und die Finanzmärkte
bleiben von den schlimmsten Folgen verschont. Dann wären zwar
Milliardenbeträge verloren und gleichzeitig Angela Merkels
Glaubwürdigkeit schwer in Mitleidenschaft gezogen. Trotzdem käme sie
möglicherweise mit einem blauen Auge davon, weil Europa nicht
untergegangen ist. Merkel wäre zwar in gewisser Weise gescheitert.
Aber da sie die Rettung immer als alternativlos bezeichnet hat,
könnte sie sich zum einen auf diese Aussage und zum anderen auf den
fehlenden Willen der Griechen berufen. Dünnes Eis für Angela Merkel.
Fall 2: Griechenland fällt, und es kommt zum Flächenbrand in
Europa. Auch andere hoch verschuldete Länder wie Italien, Portugal,
Irland und Belgien folgen. Das wäre das Aus für den Euro, die EU und
sicher auch für Merkel und ihre Regierung. Die weltweiten Börsen
brechen zusammen. Horrorszenario.
Fall 3: Schuldenschnitt. Das wäre zwar sehr teuer, aber
gleichzeitig auch eine Lösung, die möglicherweise das Allerschlimmste
verhindern könnte, bevor es zum Crash kommt. Trotzdem bliebe auch
dieses Szenario nicht ohne Folgen für die Kanzlerin, ganz gleich,
wieviel die griechische Regierung selbst dazu beigetragen hat. Auch
spielt keine Rolle, dass Merkel für alle Hilfspakete stets eine
Bundestagsmehrheit hatte.
Fall 4: Einfach weiter so. Es werden wie bisher solange Milliarden
gezahlt, bis Griechenland wieder auf die Beine kommt. Aber erstens
kann das dauern und zweitens ist unklar, ob das überhaupt jemals
passieren wird. Erst recht nicht mit dieser Regierung und diesen
verworrenen Staatsstrukturen. Auch das Szenario könnte Angela
Merkel früher oder später vor die Füße fallen.
Schließlich lehnt die Mehrheit der Deutschen weitere
Zugeständnisse an Griechenland ab. Für die Kanzlerin verschärfend
hinzu kommt, dass sie die eigenen Reihen längst nicht mehr
geschlossen hat und auch die Unterstützung ihres wichtigsten
Ministers, Wolfgang Schäuble, fehlt. Angela Merkel läuft Gefahr, sich
möglicherweise selbst bald retten zu müssen. Man kann es drehen oder
wenden, wie man will: Das Projekt Griechenland wird krachend vor die
Wand gehen. Die einzige Frage lautet nur noch: Wie kommt Angela
Merkel aus dieser Nummer noch heraus? Dass auch Sigmar Gabriel mit
untergehen könnte, ist da schon fast eine Nebensache.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.06.2015 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1224596
Anzahl Zeichen: 3283
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 342 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: zu Griechenland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Allg. Zeitung Mainz: Kronjuwelen / Kommentar zu Cyberangriffen ...
Hundertprozentige Sicherheit vor Datenkriminalität gibt es nicht. Das sollte jedem Internetnutzer bewusst sein, egal ob er sich gerade in der Firma, Behörde, Hochschule, daheim oder in der freien Natur aufhält. Insbesondere mobile Computer vom Smartphone bis zum Laptop sind das Einfallstor fü
phoenix Thema: Grexit statt Kredite? / Montag, 15. Juni 2015, 12.45 Uhr ...
Der Schuldenstreit spitzt sich täglich zu. Auf dem Spiel stehen die griechische Zahlungsfähigkeit, der Euro und der Zusammenhalt Europas. phoenix befasst sich mit der Euro- und Schuldenkrise im Thema "Grexit statt Kredite?". Im Studio diskutiert der griechische Journalist Antonios Be
ZDF-Politbarometer Juni 2015 / Deutliche Mehrheit: Keine weiteren Zugeständnisse an Griechenland / Die beiden nächsten Fußball-Weltmeisterschaften sollten neu vergeben werden (FOTO) ...
Waren zu Jahresbeginn noch 55 Prozent der Deutschen für einen Verbleib Griechenlands im Euro und nur 33 Prozent dagegen (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"), so wollen jetzt nur noch 41 Prozent, dass Griechenland den Euro behält, 51 Prozent sind dageg
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Julius Müller-Meiningen zum neuen Tribunal im Vatikan ...
Die Gründung des Tribunals für Fälle von Amtsmissbrauch durch Bischöfe ist ein positiver, wenn auch überfälliger Schritt. Die Frage ist, ob dem Gebot der Transparenz Genüge getan wird, wenn Anzeigen gegen Bischöfe, die Täter decken, zunächst bei den vatikanischen Kongregationen eingere




