Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Flaggenstreit in den USA: Im Schatten der Sklaverei, von Thomas Spang, MZ
ID: 1229181
einige den Rassismus in den USA für überwunden gehalten. Leider ist
das nur die halbe Wahrheit. Der Flaggenstreit von South Carolina
erklärt warum. Auch in diesem Teil des Landes nimmt niemand mehr in
guter Gesellschaft das Wort "Nigger" in den Mund. Oder setzt sich
ungeschützt für ein System der Apartheid ein. Doch der
gesellschaftliche Boden, auf dem Rassismus wächst und gedeiht, ist
weiterhin fruchtbar. Die Mehrheit der Schwarzen bleibt verdammt zu
einem Leben in permanenter Armut. Sie haben in der Regel keinen
Zugang zu ordentlichen Schulen, sind die ersten, die ihre Jobs
verlieren und die letzten, die wieder einen finden, werden
überproportional häufig hinter Schloss und Riegel gesperrt und sind
die Hauptleidtragenden der radikalen Rotstiftpolitik weißer
Politiker. Keine Hilfe für "diese Leute" Es ist kein Zufall, dass
ausgerechnet die republikanisch regierten Südstaaten, die
Medicaid-Gesundheitsversicherung für die Armen nicht ausgeweitet
haben, obwohl Washington die Mittel dazu bereitgestellt hatte. Wie
gerade hier auch nicht in öffentliche Infrastruktur investiert wird.
Käme doch vieles davon "diesen Leuten" (Afro-Amerikaner) zu Gute. Die
Flagge der Südstaaten weht über all dem als bigottes Symbol einer
Gesellschaft, die partout nicht in den Spiegel schauen will. Sonst
könnte sie erkennen, wie sie ein neues "Jim Crow"-System geschaffen
hat, das Millionen Menschen systematisch vom amerikanischen Traum
ausschließt. Stattdessen wird in der Verklärung der "Stars and Bars"
als "historisches Erbe" munter Geschichtsklitterung betrieben. Als ob
die Südstaaten-Fahne in dem Staat, in dem der erste Schuss des
Bürgerkriegs fiel, jemals für etwas andere als den Widerstand gegen
die Abschaffung der Sklaverei gestanden hätte. Für Rassisten, wie den
Massenmörder von Charleston, der vor der Fahne posierte, war
jedenfalls hinreichend klar, welche Bedeutung sie hat. Dem Rassismus
die Grundlage nehmen Vor diesem Hintergrund verdient die Kehrtwende
der Gouverneurin und der beiden US-Senatoren von South Carolina im
Flaggenstreit Anerkennung. Es muss aber viel mehr geschehen, dem
Boden des Rassismus seine Nährstoffe zu entziehen. Davon aber sind
Teile der USA noch weit entfernt. Obama hat Recht, wenn er in den
Ereignissen von Charleston die langen Schatten der Sklaverei sieht.
Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.06.2015 - 22:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1229181
Anzahl Zeichen: 2778
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Regensburg
Kategorie:
Außenhandel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 231 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Flaggenstreit in den USA: Im Schatten der Sklaverei, von Thomas Spang, MZ"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Mittelbayerische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zukunft geMAInsam gestalten, so hatten die DGB-Gewerkschaften den gestrigen Tag der Arbeit, nun ja nicht besonders originell, überschrieben. Das fade Motto täuscht freilich nicht darüber hinweg, dass die Gewerkschaften hierzulande vor riesigen Herausforderungen stehen. Nach zweieinhalb Jahren C
Als Ministerin untragbar Anne Spiegel hat mit ihrem Verhalten nach der Flutkatastrophe an der Ahr ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Notfalls muss der Kanzler sie rauswerfen. Von Reinhard Zweigler ...
Was waren die Beileidsbekundungen der heutigen Bundesfamilienministerin Anne Spiegel von den Grünen eigentlich wert, die den Hochwasseropfern an der Ahr Betroffenheit bekundete? Ihr sei das Herz schwer und die Trauer lasse sie nicht los, sagte sie zu Beginn der Katastrophe. Doch kurz darauf packt
Die Impfpflicht macht Sinn / Gerade weil viele in der gefährdeten Generation Ü60 noch keine Impfung haben, könnte gesetzlicher Druck Unentschlossene zu dem Pieks bewegen. / Von Reinhard Zweigler ...
Es ist schon seltsam, wie schnell das Drama des Ukraine-Krieges das Aufregerthema der vergangenen zwei Jahre in den Hintergrund gedrängt hat. Corona - war da noch was? Gefühlt ist die Pandemie doch schon vorbei, trotz hoher Infektionszahlen. Die in vielen Bundesländern vollzogenen Lockerungen,
Weitere Mitteilungen von Mittelbayerische Zeitung
Mittelbayerische Zeitung: Europäische Transferunion - Für Griechenlands Politik müssen die EU-Partner zahlen. Das befeuert die antieuropäische Stimmung. Von Daniela Weingärtner ...
Die griechische Regierung legt in allerletzter Minute neue Reformvorschläge vor. Die europäischen Partner beugen sich bereitwillig darüber und setzen das nächste Sondertreffen der Eurofinanzminister an. Die Europäische Zentralbank EZB genehmigt eine weitere Milliarde an Notkrediten für grie
"Report Mainz": Ureinwohner fordern sofortiges Ende von KfW-Investment in Panama / Beschwerdekommission der Bank listet zahlreiche Verstöße gegen eigene Standards auf ...
Betroffene Ureinwohner in Panama fordern das sofortige Ende eines KfW-finanzierten Staudammprojektes in Panama. Es handelt sich um das Projekt "Barro Blanco", das vorsieht, Teile eines Reservates von Ureinwohnern zu fluten. Das Projekt wird mit einem Kredit über 25 Millionen Dollar von
Protektionismus: Steuern auf Zitronensäure in Kasachstan oder Reisimportverbot in Gambia - Euler Hermes zählt 800 Handelsbarrieren weltweit ...
"Wer hat von meinem Tellerchen gegessen, wer hat aus meinem Gläschen getrunken?" Wie die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen mögen es auch zahlreiche Staaten nicht, wenn man von ihrem Tellerchen nascht. Sie versuchen sich mit protektionistischen Maßnahmen gegen Schneewittchens Ap
Weser-Kurier: Kommentar von Agnes Tandler zum Anschlag auf das Parlament in Kabul ...
Es war ein Doppelsieg der Taliban: Zunächst griff eine Gruppe ihrer Kämpfer das Parlament in Kabul an, tötete fünf Menschen und versetzte die ganze Volksvertretung in Angst und Schrecken. Wenig später nahmen die radikal-islamischen Aufständischen einen weiteren Distrikt im Norden das Landes




