Weser-Kurier: Kommentar von Arno Schuppüber die Gestaltung der Bremer Innenstadt
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Tragödie, ein spektakulärer Kriminalfall, er könnte aber auch ein
Meilenstein der Stadtentwicklung werden. Eine dieser ganz seltenen
Chancen für einen Neuanfang. Dabei geht es um zwei einfache Fragen:
Wie soll unsere Innenstadt künftig aussehen? Und wie viele Autos
wollen wir reinlassen? Autolobbyisten werden jetzt wieder
aufschreien. Sie werden sagen, dass die Bremer City mit dem Wagen
erreichbar sein muss. Stimmt. Ist sie ja aber auch. Besser übrigens
als viele andere deutsche und europäische Großstädte. Und das bliebe
auch so, selbst wenn der Wall tatsächlich zwischen Herdentor und
Ostertorstraße dauerhaft für Autos gesperrt wäre. Die aktuelle
Vollsperrung zeigt, es geht auch ohne den Wall. Eine Erkenntnis, die
nicht jedem schmecken mag. Aber auch eine Erkenntnis, die wenigstens
zum Nachdenken anregen sollte. Immerhin geht es um eine der schönsten
Ecken dieser Stadt. Brauchen wir dort wirklich eine Straße, die die
Wallanlagen von der Innenstadt trennt? Oder brauchen wir dort statt
der Parkplätze nicht doch besser Parkbänke? Einen besseren Zeitpunkt
für solche Fragen hat es lange nicht gegeben. Die Diskussion läuft.
Wichtig ist jetzt, dass sie ohne Tabus, ohne Ressentiments geführt
wird. Der Wall hat alle Chancen, ein neuer Prachtboulevard zu werden.
Und das müsste doch eigentlich im Interesse aller sein. Auch der
Autofahrer.
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Datum: 25.06.2015 - 21:16 Uhr
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