Lage der Christen in der Türkei weiterhin bedrohlich
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Lage der Christen in der Türkei weiterhin bedrohlich
Türkischer Staat lässt im Lande Christen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit bespitzeln
Anlässlich jüngster Meldungen in der türkischen Presse über die Bespitzelung von Christen erklärt die Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach MdB:
Die Lage der Christen in der Türkei ist trotz angekündigter Verbesserungen für religiöse Minderheiten weiterhin bedrohlich: Nach kürzlichen Meldungen der "Hürriyet" ist zum ersten Mal bestätigt worden, dass der türkische Staat im Lande Christen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit bespitzeln lässt.
Laut dem in der Presse zitierten türkischen Ermittlungs-dossier gehören zu den Betroffenen ausgerechnet jene drei Missionare, welche vor zwei Jahren in der Stadt Malatya auf bestialische Weise umgebracht wurden, darunter ein deutscher Theologe. Die Polizei ließ sie einen Monat lang vor der Tat durch bezahlte Spitzel beobachten.
Die Europäische Union muss endlich darauf reagieren, dass religiöse Minderheiten, insbesondere die Christen, trotz der laizistischen Verfassung der Türkei keine wirkliche Religionsfreiheit genießen: weder sind sie rechtlich anerkannt noch dürfen die Kirchen ihre Priester ausbilden.
Stellten Christen Ende des 19. Jahrhunderts noch mehr als ein Viertel der Bevölkerung auf dem Gebiet der heutigen Türkei, so machen sie heute mit etwa 100.000 Angehörigen weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Deshalb ist es völlig unverständlich, dass die türkischen Christen von vielen Landsleuten als Ausländer und Feinde der Nation angesehen werden.
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Datum: 01.10.2009 - 18:18 Uhr
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