WAZ: Chinesische Billig-Importe machen deutscher Stahlindustrie zu schaffen - Branche warnt vor Klimaschutzplänen der EU
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Billig-Importe zu schaffen. "Die Stahlindustrie ist nicht
grundsätzlich gegen Importe. Stahl zu Dumpingpreisen hat aber nichts
mit fairem Wettbewerb zu tun", sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident
der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der in Essen erscheinenden
Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Mittwochausgabe).
Derzeit gelange "in großen Mengen Stahl aus China zu
Dumpingpreisen nach Europa und Deutschland", berichtete der
Branchenpräsident. "Das besorgt uns sehr." In China gebe es
Überkapazitäten im Umfang von 300 Millionen Tonnen. Das ist das
Doppelte dessen, was wir in Europa verwenden." China habe im
vergangenen Jahr 2014 mehr als 90 Millionen Tonnen exportiert. "Das
belastet auch den deutschen Markt", sagte Kerkhoff. Die Folge der
chinesischen Exportpolitik sei, dass in Europa marktwirtschaftlicher
Wettbewerb verhindert werde. Insofern sei es folgerichtig, dass die
EU-Kommission mit vorläufigen Zöllen auf einzelne Stahlsorten aus
China reagiert habe.
Sorgen bereiten der deutschen Stahlindustrie auch Pläne für eine
Verschärfung des Handels mit industriellen Rechten zum Ausstoß des
Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). "Vor einer weiteren Verschärfung
des Emissionshandels kann ich nur warnen. Sonst könnten einige
Hersteller in eine dramatische Lage geraten", sagte Stahl-Präsident
Kerkhoff der WAZ. Stahlproduktion ohne CO2 sei nicht möglich. Selbst
die besten Stahlhersteller, die am technischen Optimum arbeiten,
müssten derzeit schon Zertifikate kaufen. "Das bleibt nicht ohne
Folgen für die global konkurrierenden Unternehmen in Deutschland",
betonte Kerkhoff.
Deutschlands Stahl-Industrie befürchtet auch finanzielle
Belastungen bei der sogenannten Eigenstrom-Erzeugung.
Stahlhersteller, die Gase aus dem Hochofen verstromen, seien in
Deutschland noch bis zum Jahr 2017 teilweise von der Zahlung der
Erneuerbare-Energien-Umlage befreit. "Durch einen Wegfall dieser
Regelung könnten den Unternehmen zusätzliche Kosten von 120 Millionen
Euro jährlich entstehen", erklärte Kerkhoff. "Wir hoffen, dass sich
die Bundesregierung auch auf europäischer Ebene für eine allgemeine
Befreiung der industriellen Eigenstromerzeugung von der EEG-Umlage
einsetzt. Unternehmen, die Hüttengase ökologisch sinnvoll einsetzen,
sollten nicht dafür bestraft werden."
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Datum: 15.07.2015 - 05:00 Uhr
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