neues deutschland: Die Schande nach Auschwitz

neues deutschland: Die Schande nach Auschwitz

ID: 1238966
(ots) - Stellen Sie sich vor, ein Verdächtiger, der unter
Massenmordverdacht steht, gerät ins Visier der Ermittlungsbehörden
und erst 38 Jahre später ergeht ein Urteil, dessen Konsequenzen der
Täter nicht mehr zu spüren bekommt, weil er aufgrund seines Alters
Milde erwarten kann. So geschehen im Falle des SS-Unterscharführers
Oskar Gröning, der nun zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Erste
Ermittlungen gegen den Buchhalter von Auschwitz, der auch an der
Rampe stand, um dort das Gepäck jüdischer Häftlinge zu bewachen,
begannen 1977. Eine direkte Tatbeteiligung konnte ihm damals nicht
nachgewiesen werden. Dieser Nachweis aber war nötig, so hatte es das
Bundesverwaltungsgericht in den 60ern festgelegt. Bei den Gräueltaten
derjenigen, die im Gefängnis landeten, handelte es sich dieser Lesart
zufolge um persönliche Entgleisungen. Als ob nicht schon der Dienst
im System Auschwitz, das auf Ausbeutung und Vernichtung seiner
Insassen zielte, Verbrechen genug gewesen wäre. Spät, viel zu spät,
beim Prozess gegen den Sobibor-Aufseher John Demjanjuk, schwenkte die
deutsche Justiz 2011 um. Nun kann auch jemand wegen Beihilfe zum
industriellen Töten angeklagt werden. Es ist eine Schande für die
deutsche Justiz, dass Schwarzfahrer jahrzehntelang härter bestraft
wurden als KZ-Aufseher. Das späte Urteil gegen Gröning kann diese
Schande nicht wiedergutmachen.



Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715



Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Landtagswahlen 2016 im SWR Fernsehen / Duell in Rheinland-Pfalz am 1. März 2016 / Triell in Baden-Württemberg am 2. März 2016 Allg. Zeitung Mainz: Deutliche Antwort / Kommentar zum Lüneburger Auschwitz-Prozess
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.07.2015 - 17:58 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1238966
Anzahl Zeichen: 1625

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Innenpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 142 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"neues deutschland: Die Schande nach Auschwitz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

neues deutschland (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

"neues deutschland" heißt jetzt "nd.DerTag" ...

Die Tageszeitung "neues deutschland" erscheint von diesem Montag an wochentags mit neuem Layout und unter dem Titel "nd.DerTag". Die Wochenendausgabe heißt schon seit fast zwei Jahren "nd.DieWoche". Die Zeitung, die wei ...

Viele Berliner Gewerbemieter beantragen Mietstundungen ...

Fast ein Viertel aller Gewerbemieter der Berliner landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft WBM haben für Mai und Juni eine Mietstundung beantragt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland". Das geht aus ei ...

Alle Meldungen von neues deutschland


 

Werbung



Facebook

Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z