Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Lance Armstrong bei der Tour de France
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Hochleistungsdoper, der die Tour de France über Jahre illegal
dominiert hatte, war ein bisschen in Vergessenheit geraten.
Hauptsächlich Gerichte und Anwälte beschäftigten sich noch mit den
Hinterlassenschaften des Mannes, der die Verlogenheit im
Hochleistungssport wie kein anderer personalisiert. Am Donnerstag
tauchte der US-Amerikaner wieder auf - bei der Tour. Als Gast. Als
Geldbeschaffer für einen guten Zweck. Und die Hysterie war genauso
groß wie zu schlimmsten Zeiten. Man hätte sich gewünscht, der
Tour-Veranstalter hätte das nicht zugelassen, Armstrong wäre
ignoriert worden. Doch dessen Faszination scheint noch immer zu
wirken. Kritik gibt es aber auch. So findet Brian Cookson, der
Präsident des Internationalen Radsportverbandes, Armstrongs Auftritt
unangemessen und beklagt einen Affront gegenüber der Tour. Armstrongs
Landsmann Greg LeMond, einst einer der größten Widersacher des
Texaners und heute Eurosport-Experte, sagt: »Wenn er einen Funken
Respekt hätte, würde er es nicht machen.« Aber Respekt hatte
Armstrong noch nie. Er war ein Egomane, der nur eins sah: sich, sich,
sich. Auch wenn der 43-Jährige nicht mehr bei der Tour fährt,
geschadet hat er ihr erneut.
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Datum: 16.07.2015 - 21:05 Uhr
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