Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu dem Anschlag in der Türkei
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(SPD) hat den Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags in der Türkei
sein Mitgefühl ausgedrückt. Das gehört sich so für Deutschlands
obersten Diplomaten. Dass Steinmeier einen Atemzug später die Türkei
einen im Kampf gegen den Terrorismus »ganz wichtigen Partner«
nennt, wirkt auf den ersten Blick gewagt. Denn die Türkei hat
Dschihadisten aus Westeuropa bislang eher als sicheres Transitland
auf dem Weg nach Syrien und in den Irak gedient. Steinmeiers Worte
sind nicht als Lob, sondern als Aufruf an die Regierung in Ankara zu
verstehen: Die Türkei muss endlich aufwachen und beim Kampf gegen den
»Islamischen Staat« (IS) helfen. Noch fällt es Präsident Erdogan und
seiner islamisch geprägten AKP schwer, gegen sunnitische
Glaubensbrüder die Waffen zu erheben. Der türkische Machthaber hat
den IS-Vorstößen bislang weitgehend zugeschaut, weil vor allem auch
Kurden zu den Feinden der Islamisten-Milizen gehören. Und ein
Kurdenstaat gilt in Ankara als große Gefahr, jedenfalls größer als
der IS. Mit dem Anschlag von gestern sollte Erdogan dieses Denken
aufgeben. Denn der IS ist in der Türkei längst angekommen - nicht nur
an der Grenze zu Syrien.
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Datum: 20.07.2015 - 21:00 Uhr
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