Rheinische Post: Kommentar: Merkel in der Klemme

Rheinische Post: Kommentar: Merkel in der Klemme

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(ots) - Die mächtigste Frau Europas sieht sich von zwei
politischen Schwergewichten eingekreist: Ihr Finanzminister Wolfgang
Schäuble drängt auf ein Kerneuropa gleichstarker Partner, die
Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine
Lagarde, macht sich für einen Schuldenerlass für Athen stark. Beide
haben die besseren ökonomischen Argumente auf ihrer Seite, während
Kanzlerin Angela Merkel vornehmlich politisch denkt. Sie will
Griechenland ohne Schuldenschnitt im Euro halten und damit die
Risiken in der Währungsunion minimieren. Ökonomisch hat die Kanzlerin
keine Lösung für Griechenland. Athen bekommt zwar weiter Geld, der
Anpassungsprozess läuft aber nicht, und das Land bekommt keine Luft
zum Atmen. Zugleich lähmt die gewaltige Schuldenlast alle
wirtschaftlichen Aktivitäten. Mit dem jüngsten Ergebnis von Brüssel
hat die Kanzlerin die politische Krise, die Griechenland vom Zaun
gebrochen hat, vorerst gelöst. Eine ökonomische Perspektive hat sie
noch nicht eröffnet. Ohne die dürfte Merkel die Euro-Misere erhalten
bleiben.



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Datum: 31.07.2015 - 19:35 Uhr
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