Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Louisa Knobloch zu Japan/Atomkraft
ID: 1249037
und Nagasaki der Opfer der Atombomben-Abwürfe vom August 1945 gedacht
wurde. In Nagasaki erwähnte der rechtskonservative Premierminister
Shinzo Abe auch die drei Prinzipien, denen zufolge Japan Atomwaffen
weder produziert, besitzt noch deren Stationierung auf eigenem Boden
erlaubt. Während die militärische Nutzung der Kernkraft also strikt
abgelehnt wird, kehrt Japan mit der Reaktivierung des Reaktors in
Sendai nun zur zivilen Nutzung der Atomenergie zurück. Das ist ein
gefährlicher Rückschritt. Nach der Katastrophe von Fukushima vor
knapp viereinhalb Jahren waren alle japanischen Kernkraftwerke
vorübergehend abgeschaltet worden. Die hohen Kosten für Öl- und
Kohleimporte belasten seither die japanische Wirtschaft. Die starke
japanische Atomlobby wirbt damit, dass Atomstrom billiger sei und
dazu beitrage, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.
Allerdings verfügt Japan ebenso wenig wie Deutschland über ein
Endlager für den Atommüll. Und welche immensen wirtschaftlichen
Kosten zusätzlich zum menschlichen Leid durch einen Atomunfall
entstehen, hat Fukushima nachdrücklich gezeigt. Zwar betont die
japanische Regierung, dass alle Meiler, die wieder ans Netz gehen,
besonders strenge Sicherheitsstandards erfüllen müssen. In einem
Land, in dem Erdbeben und Tsunamis zum Alltag gehören, kann es aber
nie hundertprozentige Sicherheit geben. Statt Sonnen-, Wind- und
Wasserkraft auszubauen, setzt Japan trotz Protesten aus der
Bevölkerung weiterhin auf Kernenergie - und solange der
Atomkraft-Befürworter Shinzo Abe Regierungschef ist, wird sich daran
auch nichts ändern.
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Datum: 11.08.2015 - 21:17 Uhr
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