Lausitzer Rundschau: Die Bundesregierung und der Internationale Währungsfonds / Weichmacherin aus Deutschland
ID: 1250948
dass der Internationale Währungsfonds bei der Griechenland-Rettung
mit im Boot sein müsse. Angela Merkel brauchte die Washingtoner
Uno-Bank, um die laxen Geldverleiher auf dem eigenen Kontinent, von
Hollande bis Juncker, in Schach zu halten. Kein Geld ohne
Bedingungen. Beim dritten Rettungspaket aber weigert sich IWF-Chefin
Christin Lagarde bisher, sich zu beteiligen. Und die Kanzlerin kann
ihren zweifelnden Abgeordneten nur noch die Hoffnung verkünden, dass
man sie schon noch überzeugen werde. Man möge trotzdem zustimmen. Das
ist noch keine 180-Grad-Wende. Aber eine um 179 Grad. Viel wichtiger
als die Frage von Wortbrüchen oder Kurskorrekturen ist allerdings,
was der Internationale Währungsfonds in der Sache zum dritten
Rettungspaket sagt. Der IWF war schon bisher die einzige Institution
unter den drei beteiligten Rettern, die eine (selbst)-kritische
Bilanz gezogen hat. Eine Bilanz im Übrigen, die sich gar nicht so
sehr von der des ehemaligen griechischen Finanzministers Varoufakis
unterscheidet: Dass man nämlich die griechische Wirtschaft und
Gesellschaft mit den ersten Spar- und Reformprogrammen überfordert
habe, sodass die Krise immer tiefer geworden sei, statt Wachstum zu
erzeugen. Jetzt erklärt Lagarde, dass die neuen 86 Milliarden Euro in
ein Fass ohne Boden geschüttet werden. Nichts anderes bedeutet ihr
öffentlicher Zweifel an der griechischen Schuldentragfähigkeit.
Varoufakis würde noch hinzufügen, dass die Kreditgeber es gefälligst
selbst auslöffeln sollen, wenn sie so einem Land so leichtfertig
immer weiteres Geld geben und es immer abhängiger machen. Nun fordert
auch der IWF einen Schuldenschnitt, wissend, dass er seine Kredite
als Erster zurück bekäme. Die Milliarden hingegen, die Merkel für den
deutschen Steuerzahler ausgegeben hat, wären verloren. Das will die
Kanzlerin um jeden Preis vermeiden, jedenfalls bis zur Bundestagswahl
Ende 2017. Also schlägt sie dem IWF stattdessen nun längere
Laufzeiten und niedrigere Zinssätze bei den Griechenland-Krediten
vor. Und hofft, dass den Washingtonern das reicht. Der IWF soll nach
deutschem Willen damit praktisch seine bisherigen strengen
Vergaberichtlinien verlassen. Das gefährdet seinen Ruf und wird für
Ärger bei seinen anderen 187 Mitgliedstaaten sorgen, von denen einige
vielleicht auch gerne Geld bekämen, das sie später nicht zurückzahlen
müssen. Auf dieser Ebene ist nun plötzlich also die Kanzlerin die
Weichmacherin, wie sie auch schon die lockere Geldpolitik der EZB
klaglos hinnimmt. Eigentlich gar nicht sehr viel anders als Hollande
und Junker.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.08.2015 - 21:41 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1250948
Anzahl Zeichen: 3032
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 195 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Die Bundesregierung und der Internationale Währungsfonds / Weichmacherin aus Deutschland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Westfalen-Blatt: zum Thema Kommunalfinanzen ...
Welche Kommune ist wirklich klamm? Was ist schon gerecht? Bei der Beantwortung dieser Fragen werden die zumeist ländlichen Gemeinden in Ostwestfalen-Lippe und die größeren Städte - vor allem die in Ruhrgebiet - nicht auf einen Nenner kommen. Schon gar nicht, wenn es ganz konkret um die Ver
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Glyphosat: Nebenwirkungen, von Reinhard Zweigler ...
Glyphosat ist, aus der Sicht von Landwirten und Gärtnern, ein Segen. Das Unkrautvernichtungsmittel erspart aufwändige Hackarbeiten. Es wird zu Hunderttausenden Tonnen jährlich weltweit auf Felder, in Wäldern und Gärten gespritzt. Obendrein verdienen die Hersteller, von Monsanto bis Bayer und
Weser-Kurier: Kommentar von Ralf Michelüber die Unterbringung von Flüchtlingen ...
Die Flüchtlingsdebatte in Deutschland ist endgültig da angekommen, wo in diesem Land immer alles endet - bei der Frage, wie man damit Geld verdienen kann. Investoren, Vermieter (auch private), Makler - sie alle haben die Unterbringung von Flüchtlingen als lukratives Geschäftsmodell entdeckt.
Weser-Kurier: Leitartikel von Silke Hellwigüber den Wandel der CDU ...
Es ist selten etwas dagegen einzuwenden, wenn jemand meint, sich weiterentwickeln zu müssen. Das gilt auch für Parteien. Und verändern müssen sie sich, so viel steht fest, denn sie schrumpfen eher als dass sie wachsen. Die CDU will "jünger, moderner und weiblicher" werden. Im Umkeh




