neues deutschland: Wladimir Kaminer: "Ich sehe mich nicht als Deutscher oder Russe, sondern als Europäer"
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Kaminer die Reportage-Reihe "Kulturlandschaften" auf 3sat. Der
gebürtige Moskauer, der seit 1990 in Berlin lebt, reist dabei durch
seine Wahlheimat, um den Eigenheiten der deutschen Provinz und seiner
Bewohner auf die Schliche zu kommen. "Ich bin fast das ganze Jahr
unterwegs und weiß, wie schwer es ist, eine Gegend in kurzer Zeit
kennenzulernen", sagt der Schriftsteller im Gespräch mit der
Tageszeitung "neues deutschland" (Wochenendausgabe). "Das
Erfolgsrezept ist weniger Distanz als die Mischung aus Eingeweihten
und einem Ahnungslosen, der ohne Vorbehalte an die Heimat anderer
Leute herantritt." Er selbst betrachte sich weder als Deutscher noch
als Russe, sagt Kaminer, sondern als Europäer. "In Europa hat die
Vielfalt der Kultur den Menschen eine Form der Freiheit verschafft,
wie es sie sonst nirgends gibt. Hier kann man sein Leben selber
basteln - ohne dass einem ein Staat, ein Führer, die Kirche sagen
kann, wo es lang geht. Davon bin ich großer Fan." Nach Russland
zurückkehren will Kaminer nicht, auch wenn er dem Land verbunden
bleibt: "Ich helfe denjenigen, die versuchen, Russland auf Weltniveau
zu bringen, wie und wo ich kann, aber lieber aus der Ferne."
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Datum: 21.08.2015 - 15:36 Uhr
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