Rheinische Post: Kampf um Rom
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Manchmal fällt es wirklich schwer zu verstehen, dass die
katholische Kirche eine Weltkirche ist. Dass folglich unsere
Ansichten hierzulande nicht auch jene aller Katholiken sind. Und dass
darum unsere Umfrage-Ergebnisse zu Ehesakrament und Segnung
homosexueller Paare nicht identisch sind mit den Ansichten anderer
Katholiken. So staunen wir jetzt über den Appell von über 100
Bischöfen und vielen weltlichen Potentaten, die glauben, Papst
Franziskus gleich vor einer sexuellen Revolution und der Auflösung
der Familie warnen zu müssen. Mit Bedacht erschallen solche
Kassandrarufe im Vorfeld der Weltbischofssynode. Wir haben uns immer
eine buntere Kirche gewünscht; waren erst froh, dass auch ein
Nicht-Italiener und schließlich sogar ein Nicht-Europäer Papst werden
konnte. Dass aber eine Kirche, die plötzlich ernst damit macht,
Weltkirche zu sein, auch konservativer werden könnte, hatten wir
nicht auf der Rechnung. Das muss und sollte man nicht hinnehmen. Die
deutschen Katholiken haben gute Gründe für ihre Haltung. Sie sollten
diese viel engagierter vertreten.
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Datum: 21.08.2015 - 19:11 Uhr
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