Westfalen-Blatt: zu Sahra Wagenknecht
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nur weit genug nach links bewegt, landet irgendwann wieder rechts.
Sicher, die designierte künftige Fraktionsvorsitzende der Linken,
Sahra Wagenknecht, erweckte bisher den Eindruck, vor solchen
Irrungen gefeit zu sein. Doch offensichtlich ist sie den
Einflüsterungen ihres Ehemanns und Parteifreunds, des
selbsternannten Großökonomen Oskar Lafontaine erlegen. Der Saarländer
hatte schon immer wenig Skrupel, vernünftige Positionen für ein paar
Wählerstimmen aufzugeben. Nun also sollen wir den Euro aufgeben,
wieder mit D-Mark bezahlen, vor jeder Auslandsreise den besten
Zeitpunkt für den Umtausch abwarten, danach das Restgeld zur Seite
legen - für die nächste Reise. Die Unternehmen brauchen
wieder mehr Zeit, auch im innereuropäischen Handel die
Währungsrisiken einzuschätzen, müssen eventuell Mitarbeiter
entlassen, weil Paris oder Rom die Währung abwertet. Fröhliche
Zeiten, die genug Stoff bieten werden, sich in Europa wieder
ordentlich zu zoffen. Schluss mit der Einheit! Zurück zu den
Nationalstaaten - auch wenn diese international nur in der dritten
oder vierten Reihe spielen werden. Wer eine sozialere Politik will,
soll sie politisch durchsetzen, nicht durch Aufgabe der Währung.
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Andreas Kolesch
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Datum: 21.08.2015 - 21:00 Uhr
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