Rheinische Post: Kommentar: Der Papst in den USA
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Papstes im Heimatland des Kapitalismus. Also genau jener
Gesellschaftsordnung, die Franziskus derzeit so heftig kritisiert. Es
dürfte knistern bei der US-Visite des Oberhaupts der Katholiken. Doch
zugleich kommt er in ein Land, in dem die katholische Kirche auf dem
Vormarsch ist. Die Millionen Migranten aus Lateinamerika - im
weiteren Sinne Landsleute des Papstes - verändern derzeit die
ethnische und religiöse Zusammensetzung des Einwanderungslandes USA.
Auch hier ist für Spannung gesorgt. Schließlich nimmt Franziskus eine
schwierige Heiligsprechung vor, die bei den Indianern, den
Ureinwohnern des Landes, auf scharfe Ablehnung stößt. Dass mit dem
spanischen Missionar Junipero Serra zugleich ein amerikanischer Held
geehrt wird, macht die Sache nicht einfacher. Der Papst muss deshalb
in den kommenden Tagen die richtigen Worte finden - im US-Kongress,
vor der UN-Vollversammlung. Dann wird sich zeigen, ob Franziskus
seinem Ruf als Versöhner und Mittler gerecht wird.
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Datum: 22.09.2015 - 20:49 Uhr
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