ifo-Präsident Sinn fordert neue Agenda 2010 wegen Flüchtlingskrise
ID: 1272225
Münchner ifo-Instituts, ist die Flüchtlingskrise nur durch radikale
Sozialreformen in Deutschland zu bewältigen. "Wir sollten den
Flüchtlingsstrom zum Anlass für eine neue Agenda 2010 nehmen", sagt
Sinn im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Konkret fordert er,
den Mindestlohn abzuschaffen, weil nur so genug Jobs für die
Flüchtlinge entstünden, die zu einem großen Teil nur über eine
niedrige Qualifikation verfügten.
Das Argument, dass sich damit die Stimmung in der Bevölkerung
gegen die Flüchtlinge richte, weist er zurück. "Mehr Geschäftsmodelle
für Geringqualifizierte werden erst dann rentabel, wenn der Lohn für
einfache Arbeit fällt." Sinn weiter: "Wenn die Zuwandernden keine
Stellen kriegen, werden sie nicht integriert, und dann werden wir
erhebliche Spannungen in der Gesellschaft bekommen. Dann kippt die
Stimmung erst recht", so Sinn.
Aus seiner Sicht müssen die Deutschen zudem länger arbeiten, um
die Kosten der Integration der Flüchtlinge stemmen zu können. "Wir
sollten lieber das Rentenalter heraufsetzen, um die Flüchtlinge zu
ernähren. Die Alten werden im Übrigen gebraucht, um die Flüchtlinge
anzulernen." Wegen ihrer überwiegend niedrigen Qualifikation würden
die Migranten die Rentenkassen vorerst nicht ausreichend entlasten.
Nach Einschätzung von Sinn wird durch die Zuwanderung Druck auf
die Löhne in Deutschland ausgeübt, wodurch die sozialen Unterschiede
zunähmen. "Wenn Geringqualifizierte zuwandern, wird die
Einkommensverteilung ungleicher. Das ist immer so. Und es wird immer
teurer, das durch den Sozialstaat auszugleichen. Insofern drohen uns
amerikanische Verhältnisse."
Sinn spricht sich deshalb dafür aus, den Flüchtlingsstrom zu
begrenzen. Die Staaten Europas müssten "die gemeinsame Außengrenze
sichern - und wenn das nicht passiert, eben doch die eigenen Grenzen.
Eine Welt ohne Grenzen, in der sich jeder nimmt, was er gern hätte,
kann nicht funktionieren. Das ist eine Wildwestgesellschaft mit
allem, was dazugehört."
Pressekontakt:
Das komplette ZEIT-Interview dieser Meldung senden wir Ihnen für
Zitierungen gern zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an DIE ZEIT
Unternehmenskommunikation und Veranstaltungen (Tel.: 040/3280-237,
Fax: 040/3280-558, E-Mail: presse@zeit.de). Diese Presse-Vorabmeldung
finden Sie auch unter www.zeit.de/vorabmeldungen.
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.10.2015 - 10:42 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1272225
Anzahl Zeichen: 2695
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 390 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"ifo-Präsident Sinn fordert neue Agenda 2010 wegen Flüchtlingskrise"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
DIE ZEIT (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Fußballweltmeister André Schürrle kritisiert den Leistungsdruck im Profifußball: "Ich wusste, dass ich nicht mehr in diesem Hamsterrad sein wollte. Mir immer wieder diese Liebe und diese Bestätigung von außen holen zu müssen. Diese Fremdbestimmung", sagt der 35-Jährige dem ZEITmaga
Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland Anna-Nicole Heinrich: "Der Gang zur Bundeswehr kann ein Friedensdienst sein" ...
Anna-Nicole Heinrich war 25 Jahre alt und studierte Philosophie, als sie im Mai 2021 eines der höchsten Ämter der Evangelischen Kirche übernahm: das Amt der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. "Ich konnte Sachen machen, die sich erfahrenere Leute nicht hätten erlaube
Rapperin Ikkimel: "Wenn man mit dem Tod konfrontiert wird, ändert das alles" ...
"Ikkimel ist keine Kunstfigur. Sie ist kein ausgedachter Charakter, der nichts mit der realen Welt zu tun hat", sagt die Rapperin Ikkimel in der Titelgeschichte "30 bis 30" der neuen Ausgabe des Magazins ZEIT CAMPUS. Sexualität, Aggression, Provokation: all das sei Teil ihrer Ku
Weitere Mitteilungen von DIE ZEIT
Reines Trinkwasser in Flüchtlingsheimen ...
Besonders schwierig ist das in Heimen und Einrichtungen, in denen mehrere Menschen untergebracht sind. Da ist ein Abkochen für alle Bewohner logistisch fast unmöglich und eine kurzfristige alternative Versorgung eine Herausforderung. Um diese Situationen zu vermeiden, hat der deutsche Hersteller
Mitteldeutsche Zeitung: Schonfrist für Beamte bei Pensionen ...
Gute Nachricht für Sachsen-Anhalts Beamte: Ihr Rentenalter wird zunächst nicht von 65 auf 67 Jahre erhöht. Auch die geplante Anhebung der Pensionsgrenze von 60 auf 62 Jahren bei Polizisten, Berufsfeuerwehrleuten und Vollzugsbediensteten in der Justiz ist vom Tisch. Dies bestätigte gestern F
Mitteldeutsche Zeitung: Belohnung nach Angriff auf Somalier ausgesetzt ...
Nach dem Angriff mit einer Schusswaffe auf einen Somalier in Merseburg hat ein breites politisches Bündnis eine Belohnung ausgelobt. 1 000 Euro werden für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. "Die feige Tat ist ein Anschlag auf uns alle. Gewa
Stuttgarter Zeitung: Begriffshuberei / Die "deutsche Leitkultur" hat eine leidige Vorgeschichte. Geht es nicht auch eine Nummer kleiner? ...
Haben die Bayern keine anderen Sorgen? CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer flüchtet vor der neuzeitlichen Völkerwanderung, die seine Heimat erreicht hat, in die Asyl erwarte, müsse die "deutsche Leitkultur" anerkennen, sagt er. Unter den vielen politischen Leerfloskeln tön




