Greenpeace-Pestizidtests: Gifteinsatz von der Blüte bis zum Apfel / Landwirte spritzen am Saisonend

Greenpeace-Pestizidtests: Gifteinsatz von der Blüte bis zum Apfel /
Landwirte spritzen am Saisonende weniger Gift

ID: 1275837
(ots) - Sieben als wahrscheinlich krebserregend
eingestufte Mittel hat Greenpeace auf Blättern, Blüten und
heranwachsenden Äpfeln bei exemplarischen Untersuchungen auf
Rückstände von Pestiziden gefunden. In der Mitte der Wachstumsperiode
waren die Blätter mit Rückständen von bis zu 11 unterschiedlichen
Wirkstoffen belastet. Die letzte Stichprobe von Äpfeln wies weniger
Wirkstoffe und geringere Mengen auf. Dies zeigt: Apfelbauern spritzen
viele Pestizide, zum Ende der Anbausaison nimmt der Gifteinsatz ab.
So überschreiten Äpfel im Supermarktregal immer seltener gesetzliche
Höchstgrenzen von Rückständen, doch zu viele Agrargifte gelangen in
die Umwelt. Sie gefährden nachweislich die Artenvielfalt und
Ökosysteme. "Der Gifteinsatz während des Wachstums ist zu hoch. Es
reicht nicht, nur die Rückstände von Pestiziden im Endprodukt zu
reduzieren", sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von
Greenpeace. "Die Einführung einer Pestizidsteuer kann ein wichtiger
Hebel sein, um den Einsatz von Spritzmitteln zu verringern." Zu den
Ergebnissen: www.greenpeace.de/zeitreihe-pestizide

Von der Blüte im Mai bis kurz vor der Ernte Ende September 2015
nahm Greenpeace insgesamt 24 Stichproben an zwei Standorten im
Obstanbaugebiet Altes Land bei Hamburg, einem der größten deutschen
Anbaugebiete für Äpfel. Jeweils sechs Proben für Blätter und Blüten
sowie Äpfel ließ die unabhängige Umweltorganisation auf Rückstände
von Pestiziden untersuchen. Insgesamt fand das Labor 17 verschiedene
Wirkstoffe. In einer Blattprobe betrug die Menge des wahrscheinlich
krebserregenden Antipilzmittel Captan, das bis zum Jahr 2001 verboten
war und im Apfelanbau gegen Schorf angewendet wird, 193 Milligramm
pro Kilogramm (mg/kg) Blätter. Für Äpfel im Verkauf liegt der
gesetzliche Grenzwert bei 3 mg/kg. Auf einer Blütenprobe fand sich


das bienengefährdende Neonicotinoid Imidacloprid, das eigentlich erst
nach der Blüte gespritzt werden darf. Obstbauern spritzen Äpfel im
Durchschnitt 21 Mal pro Jahr, häufig mit mehreren Wirkstoffen
gleichzeitig.

Wir brauchen die Agrarwende jetzt

Der aktuelle Greenpeace-Report "Europas Abhängigkeit von
Pestiziden: So schädigt die industrielle Landwirtschaft unsere
Umwelt" zeigt die weitreichenden und schwerwiegenden Auswirkungen auf
die Umwelt. (Zum Report: www.greenpeace.de/pestizide-umwelt-2015)
Bewertung, Zulassung und Überwachung von Pestiziden weisen in der EU
erhebliche Mängel auf. "Wir brauchen dringend eine andere
Landwirtschaft. Pestizide bedrohen unsere Gesundheit und belasten
unsere Gewässer. Zudem zerstören sie funktionierende natürliche
Systeme, die wir zum Leben brauchen", sagt Huxdorff. "Politik und
Landwirte müssen für weniger Pestizide auf dem Acker sorgen.
Supermärkte als wichtiger Teil der Lieferkette sollen Einfluss auf
die Produktion ausüben."

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Christiane
Huxdorff, Tel. 0171-6035529, oder Pressesprecherin Antje Rudolph,
Tel. 0151-42261551.

Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, E-Mail:
presse@greenpeace.de; Greenpeace im Internet: www.greenpeace.de, auf
Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook:
www.facebook.com/greenpeace.de.

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Naturschutzoffensive für Deutschland vorgestellt - Umweltverbände: Zeit der Sonntagsreden ist vorbei Biogasrat fordert faire Strompreisdebatte
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.10.2015 - 08:10 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1275837
Anzahl Zeichen: 3578

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hamburg



Kategorie:

Umweltpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 679 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Greenpeace-Pestizidtests: Gifteinsatz von der Blüte bis zum Apfel /
Landwirte spritzen am Saisonende weniger Gift
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Greenpeace e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Greenpeace-Recherche: Russlands Schattenflotte fährt deutlich häufiger durch deutsche Hoheitsgewässer / Marode Öltanker umgehen schwedische Kontrollen in der Ostsee ...
30. 6. 2026 - Die Zahl der überalterten und schlecht gewarteten Tanker, die russisches Rohöl durch deutsche Gewässer transportieren, ist in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen, zeigt eine neue Greenpeace-Recherche. Zwischen dem 6. März und dem 16. Juni wählten 42 von insgesamt 136 Tank

Tempo 30 – für sichere Straßen ...
Hamburg (voices) Marissa Reiserer, Mobilitäts-Expertin (Greenpeace) zum Themen-Impuls: Tempo 30: kleines Schild, große Debatte – wie viel Verkehrswende steckt wirklich drin?. Pressekontakt: Gregor Kessler gregor.kessler@greenpeace.org Copyright: Greenpeace e.V. / Die Verwendung dieses Vi

37 Millionen Euro pro Tag: Ölkonzerne kassieren während Waffenruhe im Irankrieg noch mehr ab / Greenpeace-Berechnung: Konzerne geben gesunkenen Rohölpreis an der Zapfsäule nicht weiter ...
Hamburg, 13. 4. 2026 - Die Übergewinne der Ölkonzerne sind während der Waffenruhe zwischen den USA und Iran weiter deutlich gestiegen. Weil die Konzerne nach dem Ende der Kampfhandlungen die gesunkenen Rohölpreise nicht an die Kundschaft weitergaben, schnellten ihre Gewinne in Deutschland um ein


Weitere Mitteilungen von Greenpeace e.V.


Naturschutzoffensive für Deutschland vorgestellt - Umweltverbände: Zeit der Sonntagsreden ist vorbei ...
Anlässlich der Bekanntgabe einer neuen Initiative zum Schutz der biologischen Vielfalt durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert eine Allianz der großen deutschen Umweltverbände ein konsequentes Handeln der gesamten Bundesregierung. Nach Einschätzung von BUND, DNR, DUH, NABU und

"Minister Dobrindt: Schluss mit den Lügentests!" Greenpeace-Aktivisten demonstrieren vor Konferenz der Verkehrsminister gegen vertuschte Gesundheits- und Klimaschäden ...
Worms, 9. 10. 2015 - Für ehrliche Abgastests und gegen massive Gesundheits- und Klimaschäden durch Autoverkehr demonstrieren heute Greenpeace-Aktivisten vor dem Treffen der Verkehrsminister in Worms. Auf einer vier Meter großen Scheibe fordern die Umweltschützer von Verkehrsminister Alexande

Greenpeace: Gefährlich hohe Stickoxidwerte in deutschen Städten ...
Jüngste Messwerte: Jede zweite Station überschreitet in den ersten neun Monaten die Grenzwerte 4. 10. 2015 - Die Bevölkerung in deutschen Städten muss auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres unter Stickoxid-Belastungen leiden, die deutlich über den zugelassenen Grenzwerten liegen.

NABU: Kanzlerin muss Aufklärung im Abgas-Skandal zur Chefsache machen ...
Angesichts der Ausweitung des Abgas-Skandals von Volkswagen auf die Tochtermarken Audi, Seat und Skoda fordert der NABU ein entschiedenes Eingreifen der Kanzlerin und eine Neustrukturierung der Zuständigkeiten auf Bundesebene. "Jahrelang haben unsere staatlichen Behörden bei der Kontrolle


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z