Westfalenpost: Spezialisierung gegen technische Aufrüstung / Kommentar von Wilfried Goebels zur Polizeiausbildung
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Rocker, Hooligans, Salafisten - nicht nur in NRW kommt die Kripo mit
den Ermittlungen kaum noch hinterher. Dabei verlangt die technische
Aufrüstung der Täter hochspezialisierte Kripo-Beamte. Nicht nur die
Kripo-Gewerkschaft hat Zweifel, dass die Einheitsausbildung der
Polizei die richtige Antwort ist.
Längst tobt ein heftiger Glaubens- und Forscherstreit, ob
Polizeianwärter schon zu einem frühen Zeitpunkt des Studiums in
Schutz- und Kripo-Polizisten getrennt werden sollen. Dass ein
späterer Kripo-Polizist auch den Wach- und Schichtdienst
kennengelernt haben sollte, ist unbestritten. Dafür sollten aber zwei
oder drei Studiensemester ausreichen - danach könnte die dringend
erforderliche Spezialisierung starten. Die Kripo kann sich den langen
Bearbeitungsstau in vielen Bereichen nicht länger leisten. Dass ein
Polizeianwärter erst nach sieben Jahren für die Kriminalarbeit zur
Verfügung steht, kann und darf nicht sein.
Ausbildungs-Hochschulen, Regierung und die meisten
Polizeigewerkschaften loben den hohen Ausbildungsstand in NRW. In
einer digitalen Welt muss ein IT-Fachmann der Kriminalpolizei aber
nicht gleichzeitig Experte für die Aufnahme von Verkehrsunfällen
sein. Wenn Minister Jäger das Modell der Einheitsausbildung nicht
aufgeben will, muss er zumindest die Spezialisierung im Studium
zeitlich erweitern.
Die Ausbildung von Generalisten erleichtert dem Minister den
flexiblen Einsatz der Polizeianwärter nach dem Studium - sicher ein
willkommener Effekt. Jäger könnte aber viel Zeit und Millionensummen
für Fortbildungen sparen, wenn Polizisten früher spezialisiert
würden.
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Datum: 29.10.2015 - 21:08 Uhr
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