WAZ: Für Niersbach tickt die Uhr
- Kommentar von Peter Müller zum DFB
ID: 1284271
Jahren nicht grün. Würden der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes
und sein Nachfolger behaupten, sie stünden sich nah, würde nah
bedeuten, dass sie auf demselben Planeten leben. Nun aber haben sie
ein schweres gemeinsames Problem. Niersbach, Zwanziger und der
frühere DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sind ins Visier der
Staatsanwaltschaft geraten. Ihnen wird für 2006 "Steuerhinterziehung
in erheblicher Höhe" vorgeworfen.
Damit hat die Affäre um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an
Deutschland, die sich um den Verbleib von ominösen 6,7 Millionen Euro
dreht, eine neue Dimension bekommen. Es geht nicht mehr nur um die
Frage, ob es, wie Zwanziger behauptet, eine schwarze Kasse bei der
deutschen WM-Bewerbung gab. Es geht den Fußball-Funktionären jetzt
auch persönlich an den Kragen.
Niersbach trifft es momentan am härtesten, denn er ist noch im
Amt. Sein früherer Freund Franz Beckenbauer hat ihn allein im Regen
stehen lassen. Bisher ist keine Schuld bewiesen. Der DFB-Chef ist
dennoch schon so schwer beschädigt, dass es klug wäre, wenn er sein
Amt zur Verfügung stellen würde.
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Datum: 03.11.2015 - 19:23 Uhr
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