Westfalenpost: DFB-Affäre
Bisher ging es nur um Behauptungen, um Recherchen
des Magazins "Spiegel"; es fehlten die Beweise. Aber jetzt ermittelt
die Staatsanwaltschaft. Auch das ist noch kein Grund für eine
Vorverurteilung. Doch der Sumpf, in dem der Deutsche Fußball-Bund
steckt, stinkt jetzt noch ein bisschen mehr zum Himmel. Zum Vorwurf
der Bestechung gesellt sich nun die mutmaßliche Steuerhinterziehung -
und die wird in besonders schweren Fällen mit einem längeren
Gefängnisaufenthalt bestraft.
Für die Herren Niersbach,
Zwanziger und Schmidt wird es langsam ungemütlich. Bisher konnten sie
den Nebel um die ominöse 6,7-Millionen-Euro-Zahlung im Zusammenhang
mit der Vergabe der Fußball-WM nicht lichten, nun wird eine Behörde
diese Aufgabe sehr gewissenhaft übernehmen.
Es ist jetzt keine
Frage mehr, ob Wolfgang Niersbach als Präsident des weltweit größten
Fußballverbandes zurücktritt, es geht nur noch um das Wann. Der
ehemalige Sportjournalist hat sich schließlich verpflichtet, dem DFB
zu nützen - und nicht, ihn zu ruinieren. Niersbachs Krisenbewältigung
ist unprofessionell und unglaubwürdig. Er und die anderen
Korruptions-Funktionäre schaden nicht nur dem Fußball, sie schaden
dem Standort Deutschland.
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Westfalenpost
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Datum: 03.11.2015 - 20:50 Uhr
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