Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Folgen der WM-Affäre
ID: 1284298
Deutsche Fußball-Bund am Dienstag erlebte. Die Durchsuchungen der
DFB-Zentrale und der Privatwohnungen des aktuellen und des ehemaligen
DFB-Chefs sind nur die normalen juristischen Folgen, die aus der
»Spiegel«-Geschichte über die Unregelmäßigkeiten rund um das
Sommermärchen 2006 resultieren. Sie werden durch die nachfolgende
und immer noch andauernde Schlammschlacht vor allem zwischen dem
Ex-Pressesprecher Wolfgang Niersbach und dem Ex-Richter Dr. Theo
Zwanziger weiter befeuert. Vermutlich ist die Schadenfreude in dem
einen oder anderen Fußballverband auf der Welt riesig, dass
ausgerechnet Wolfgang Niersbach, einer der selbsternannten
Chefankläger gegen Joseph Blatter, jetzt tief in eben jenem Sumpf
steckt, den, wenn er ihn vielleicht auch nicht angelegt, so doch wohl
toleriert hat. Oder von ihm nichts wusste, was es aber auch nicht
besser macht. Jener Niersbach also, der von einflussreichen
deutschen Medien, nachdem sich Michel Platini als eigentlich auch
nicht mehr Fifa-präsidiabel erwies, als heißer Kandidat für die
Blatter-Nachfolge auserkoren worden war. Aber natürlich klaffen
nicht nur beim weltgrößten Sportverband das kreierte Image und die
Realität weit auseinander. So sauber, wie sich der deutsche Sport
selber so gerne darstellt, war er nie, ist er nicht. Das immer noch
schlimmste Beispiel für das große Versagen, für die Diskrepanz
zwischen sich selbst zugeschriebener Vorreiterrolle und Realität, ist
der Umgang mit dem Thema Doping. Die nationale Antidopingagentur ist
unterfinanziert, der Prozentsatz der überführten Athleten steht in
einem extremen Gegensatz zu den Zahlen, die in anonymen Umfragen
unter Spitzenathleten erhoben werden. Muss jetzt die Politik
eingreifen oder die Justiz? Nun ja, beiden Bereichen wird in der
öffentlichen Wahrnehmung auch nicht gerade Unfehlbarkeit
zugeschrieben. Denn auch politische Entscheidungsträger waren
vor und während der Fußball-WM 2006 in die Entscheidungsprozesse
eingebunden. Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichte 2006 Joseph
Blatter sogar das Bundesverdienstkreuz für seine besonderen
Leistungen bei der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft an
Deutschland. Was bitte kann die besondere Leistung eines
Fifa-Präsidenten bei der Vergabe eines großen Turniers sein? Theo
Zwanziger ist beim DFB schon länger eine persona non grata. Will der
deutsche Sport nicht ein ähnliches Schicksal erleiden und mit seinen
Bewerbungen um die Fußball-EM und Olympia 2024 scheitern, sollten die
in der Sommermärchen-Affäre Handelnden nicht nur an ihr Ego denken
und schnellstens für Aufklärung sorgen. Und für die Zukunft sei allen
Sportfunktionären gesagt: Wenn man die Moralkeule schwingt, sollte
man darauf achten, dass an ihr nicht zu viel eigener Dreck klebt.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.11.2015 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1284298
Anzahl Zeichen: 3250
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 544 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Folgen der WM-Affäre"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Studie der Universität Bielefeld zum Mammographie-Screening ...
Die neue Studie der Universität Bielefeld sagt nichts über die Sinnhaftigkeit des Mammographie-Screenings aus. Und doch ist sie bedeutsam: Denn sie offenbart eine große Lücke in dem 2005 begonnen Prozess der flächendeckenden Vorsorge für Frauen ab 50. Wenn nur etwa jede vierte Frau weiß,
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Steinigung in Afghanistan ...
Frauen zu steinigen, ist barbarisch. Wer könnte da nicht die Afghanen verstehen, die ihrem rückständigen, von ständigen gewaltsamen Auseinandersetzungen geplagten Land den Rücken kehren, um in Europa in Frieden und Sicherheit zu leben? Deshalb war das, was Bundesinnenminister Thomas de Maiz
Rheinische Post: Kommentar: Nein zur Sterbehilfe ...
Wenn es um Fragen von Leben und Tod geht, rückt der Bundestag für gewöhnlich zusammen. Die Abgeordneten entscheiden nach ihrem Gewissen, die meisten Reden sind angemessen und würdevoll. Um die inzwischen vier Entwürfe zu einer Reform der Sterbehilfe, über die am Freitag der Bundestag entschei
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar 121.000 Todesfälle durch Rauchen Wer rauchen will, der raucht Viktoria Bartsch ...
Es gibt nichts, was für das Rauchen spricht und trotzdem greift etwa jeder Dritte mehr oder weniger regelmäßig zur Zigarette. Mancher so häufig, dass er an den Folgen stirbt - im Schnitt sind es 121.000 Menschen im Jahr. Und es werden mehr. Zwar rauchen immer weniger Menschen. Doch die Folge




