Westfalen-Blatt: zu "Weniger Museen?"
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Versuch, die Häuser toter Prominenter in Museen umzuwidmen, wirkt
befremdlich. Wenn das Projekt dann zum Millionengrab wird, zum
Klotz am Bein der öffentlichen Hand, hört der Spaß vollends auf.
Stadtkämmerer und Finanzminister gehen mit der Leiterin der
Stuttgarter Staatsgalerie konform. Der Vorstoß der Wahlschwäbin hat
dennoch ein Gschmäckle: 2013, Christiane Lange trat gerade in
Stuttgart an, da konnte sie die Museen nicht hoch genug preisen. Sie
leisteten wichtige »Arbeit für unser kulturelles Gedächtnis«, war zu
hören. Und »ein Museum ist ein toller Ort für Bildung«. Mittlerweile
hat die Museumschefin wohl gemerkt, dass ihr Haus nicht auf Rosen
gebettet ist. Also: weniger Museen = mehr Geld fürs eigene Haus? Ein
billiges Argument. Ob ihr der Ärger über den geringen finanziellen
Spielraum diesen Vorschlag eingegeben hat? Vor drei Jahren, als das
Pamphlet »Der Kulturinfarkt« erschien, hat Deutschland zum selben
Thema debattiert. Erkenntnis: Geld, das in die Kultur fließt, ist
gut angelegt. Aber bitte nicht prassen - im Museum sind kühle
Rechner gefragt. Eine Binse, klar. Christiane Lange hat nur laut
gedacht. Ist ja nicht verboten. Aber im stets stiefmütterlich
behandelten Kultursektor wenig hilfreich.
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Westfalen-Blatt
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Andreas Kolesch
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Datum: 25.11.2015 - 21:00 Uhr
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