NABU kritisiert Kommissionsvorschläge für ein europäisches Kreislaufwirtschaftspaket
ID: 1294839
der EU-Kommission zum europäischen Kreislaufwirtschaftspaket, die am
heutigen Mittwoch vorgestellt wurden. Das Paket besteht aus
Vorschlägen zur Überarbeitung verschiedener Abfallverordnungen wie
der Abfallrahmenrichtlinie und der Verpackungsrichtlinie, um Europa
ressourceneffizienter zu machen. "Die bisher bekannt gewordene
Fassung bleibt weit hinter den Vorschlägen der Vorgängerkommission
zurück. So wurden Verwertungsquoten und verbindliche
Abfallreduktionsziele gesenkt, obwohl technische Möglichkeiten des
Recyclings bestehen und wir klare Verpflichtungen für eine
nachhaltige Wirtschaftsweise brauchen, die unseren
Ressourcenverbrauch auf ein naturgerechtes Maß senken", sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Natur- und Umweltverbände fordern den Ressourcenverbrauch der
Industriestaaten bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren. Das
vorgesehene Kreislaufwirtschaftspaket wird dazu keinen großen Beitrag
leisten können. Denn es wurden gegenüber den früheren Plänen die
Recyclingquoten für Hausmüll gesenkt und Ausnahmeregeln bei den
Quoten für verschiedene Mitgliedsstaaten zugelassen. Ein ursprünglich
vorgesehenes Reduktionsziel für Lebensmittelabfälle findet sich im
aktuellen Papier nicht wieder. Auch die Verpflichtung Bioabfälle
getrennt und damit mehrere Millionen Tonnen Rohstoffe für Biogas und
Humus zu sammeln, wurde stark abgeschwächt.
Die ursprüngliche von der Vorgängerkommission ausgearbeitete
Version wurde unter dem jetzigen Kommissionspräsident Juncker mit der
Begründung zurückgezogen, ein noch ambitionierteres Paket schnüren zu
wollen. "Die Rücknahme der ursprünglichen Vorschläge war eine reine
Verzögerungstaktik der Juncker-Kommission, die sich den ökologischen
Herausforderungen unserer Zeit nicht stellen möchte. Das
weichgespülte neue Paket lässt Chancen für eine höhere Unabhängigkeit
von Ressourcen ungenutzt, schafft weniger Arbeitsplätze in der
Entsorgungswirtschaft und verlängert den Weg von der linearen zur
Kreislaufwirtschaft unnötig", so Miller. Gebraucht würden klare,
einheitliche und hohe Recyclingquoten ohne Ausnahmen, ein striktes
Deponierungsverbot und eine verpflichtende Getrenntsammlung von
wertstoffhaltigen und Bioabfällen sowie messbare
Ressourceneffizienzziele. Die Bundesregierung müsse gegenüber der
Kommission auf die Umsetzung dieser Zielvorgaben drängen. Bislang sei
mit dem neuen Kreislaufwirtschaftspaket das Ziel einer nachhaltigen
Kreislaufwirtschaft jedenfalls verpasst worden.
Eine weitere Absicht der Kommission war es, durch das neue Paket
das umweltfreundliche Design von Produkten stärker zu fördern, um
diese reparatur- und recyclingfreundlicher zu machen. Auch diese
Aufgabe wurde aus Sicht des NABU verfehlt. "Der Maßnahmenkatalog geht
über gute Absichtserklärungen für die Zukunft nicht hinaus. Zwar ist
von vielen Initiativen und Plattformen zum Wissensaustausch die Rede.
Von wirksamen regulatorischen Maßnahmen und wirtschaftlichen Anreizen
für umweltfreundliche Produkte fehlt aber jede Spur. Es muss
gelingen, durch entsprechende Vorgaben die Nachfrage nach
langlebigen, material- und energieeffizienten Produkten zu steigern",
sagte NABU-Abfallexperte Sascha Roth.
Für Rückfragen:
Sascha Roth, NABU-Abfallexperte, Tel. +49 (0)30.28 49 84-1660,
Mobil +49 (0) 174-1644809, E-Mail: sascha.roth@NABU.de
Pressekontakt:
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 02.12.2015 - 14:44 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1294839
Anzahl Zeichen: 4013
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin/Brüssel
Kategorie:
Umweltpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 1021 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU kritisiert Kommissionsvorschläge für ein europäisches Kreislaufwirtschaftspaket"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin (voices) Jörg-Andreas Krüger, Präsident (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: „3 Wege, wie Unternehmen Nachhaltigkeit neu definieren". Pressekontakt: Jérôme Lombard Pressesprecher Jerome.Lombard@NABU.de Copyright: NABU / Die Verwendung dieses Videos für redaktionelle Zwe
Kuck mal, wer da an der Nessel knabbert - Der NABU will wissen, welche Raupen an Brennnesseln zu finden sind ...
Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und juckende Quaddeln auf der Haut. Die Pflanze hat ein schlechtes Image und wird darum aus vielen Gärten verbannt. "Das ist schade, denn die Brennnessel ist für viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze", sagt NABU-Ins
Mehr als eine halbe Million Menschen stellen sich gegen den Abbau von Umweltgesetzen / NABU-Präsident Krüger: Wer Umweltstandards abbaut, ignoriert die Interessen der Bevölkerung ...
Mehr als eine halbe Million Menschen europaweit fordern: Hände weg von unserer Natur! Mit ihrer Unterstützung der Kampagne "Hands Off Nature" senden sie ein deutliches Signal an die EU-Politik: Naturschutz darf nicht dem politischen Druck einzelner Lobbyinteressen geopfert werden. "
Weitere Mitteilungen von NABU
Schadstoffausstoß durch mobile Maschinen senken ...
(Münster) – Ca. 25 % des Stickoxyd-Ausstoßes des Straßenverkehrs wird durch mobile Maschinen verursacht, obwohl diese nur etwa 10 % des Kraftstoffs verbrauchen. Diese Maschinen tragen auch zu 25 % zur städtischen Feinstaubbelastung im Verkehrssektor bei. Nach Meinung der Ökologisch-Demokra
NABU zum Klimagipfel: Erderwärmung begrenzen und Abschied von Kohle, Öl und Gas einleiten - Intakte Wälder und Moore sind wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ...
Vom 30. November bis 11. Dezember findet in Paris die 21. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC COP 21) statt. Dort soll über ein neues Weltklimaabkommen verhandelt werden. "Paris wird zeigen, ob die Staatengemeinschaft Klimaschutz ernst nimmt. Die Klimaziele können
Weltklimakonferenz: NABU verfolgt Verhandlungen in Paris - Energie- und Klimaexperten stehen für Presseanfragen und Interviews zur Verfügung ...
Vom 30. November bis 11. Dezember 2015 trifft sich die internationale Staatengemeinschaft in Paris, um ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Insgesamt werden ca. 40.000 Teilnehmer an der UN-Klimakonferenz (COP 21) erwartet, darunter die Regierungsdelegationen der 195 Vertr
NABU: Experten bescheinigen der deutschen Klimapolitik Schwächen ...
Wenige Tage vor Start der Weltklimakonferenz in Paris haben führende Wissenschaftler der Bundesregierung Schwächen in der deutschen Energie- und Klimapolitik bescheinigt. Das geht aus der Stellungnahme der Expertenkommission zum 4. Monitoring-Bericht zur Energiewende hervor, die am morgigen Mitt




