Gericht entscheidet: Schimpanse Robby muss zunächst im Circus Belly bleiben / VIER PFOTEN enttäuscht über Entscheidung des Verwaltungsgerichts Lüneburg
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heute dem Antrag des Circus Belly statt, dass der Schimpanse Robby
bis zum Urteil im Hauptsacheverfahren im Zirkus bleiben muss. Das
Gericht stellte in seinem Beschluss allerdings auch fest, dass
insbesondere die Einzelhaltung des Schimpansen in dem
Zirkusunternehmen tierschutzwidrig ist und nicht den geltenden
Vorgaben genügt wird. Robby sollte nach dem Willen des zuständigen
Veterinäramtes spätestens bis zum 31. Dezember 2015 in eine
spezialisierte Auffangstation für Schimpansen umziehen, dies wird nun
zunächst nicht passieren.
Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN zeigt sich
bestürzt über den Beschluss des Gerichts. Seit über 30 Jahren muss
Robby mit dem Circus Belly auf Tour gehen. Die meiste Zeit verbringt
er in einem winzigen Anhänger oder einem kargen Außengehege.
Artgenossen hat Robby nie kennengelernt. Doch weltweit konnten
bereits hunderte von Schimpansen nach einem Leben in nicht
artgerechten Umständen, einschließlich Einzelhaltung, erfolgreich
resozialisiert werden.
Thomas Pietsch (46), Wildtierexperte bei VIER PFOTEN:
"Wir sind enttäuscht, dass das Gericht dem letzten Menschenaffen
in einem deutschen Zirkus ein Leben außerhalb des Zirkuskäfigs fürs
Erste verweigert hat. Dass Robby als Handaufzucht und nach
Jahrzehnten ohne Artgenossen keine Verhaltensstörungen haben soll,
spricht allen bisherigen Erfahrungen Hohn. Sollte Robby kastriert
worden sein, würde dies seine Resozialisierungschancen keineswegs
mindern. Im Gegenteil, manche Menschenaffen zeigen nach einer
Kastration verringerte Aggressionsbereitschaft und können einfacher
mit Artgenossen zusammengeführt werden."
Die Überführung von Robby in ein artgemäßes Leben wäre ein
wichtiges Signal an die Bundesregierung gewesen. VIER PFOTEN fordert
endlich ein umfassendes Wildtierverbot im Zirkus. Neben Robby geht
auch für hunderte Tiger, Giraffen und Elefanten das Leiden weiter.
Sie leben auf engstem Raum, werden stundenlang von A nach B
transportiert und haben keine Möglichkeit, ihr arttypisches Verhalten
auszuleben. VIER PFOTEN appelliert an die Bundesregierung, der
langjährigen Forderung von Bundesrat, Bundestierärztekammer und nicht
zuletzt der deutschen Bevölkerung endlich nachzukommen und die
Wildtierhaltung in Zirkussen bundesweit zu verbieten.
Weitere Informationen zur Wildtierhaltung im Zirkus:
http://www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/zirkus/
Zur VIER PFOTEN Kampagne für ein Wildtierverbot im Zirkus:
http://bruellen.vier-pfoten.de/
Druckfähige Fotos finden Sie im Anhang dieser E-Mail. Bitte
beachten Sie das Copyright "VIER PFOTEN, Fred Dott".
Über VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN setzt sich
für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und
Verständnis begegnen. Mit nachhaltigen Kampagnen fordert VIER PFOTEN
artgemäße Lebensbedingungen für Nutz-, Heim- und Wildtiere. Bären und
Großkatzen aus katastrophaler Haltung finden in den VIER PFOTEN
Schutzzentren ein tiergerechtes Zuhause. Orang-Utan-Waisen werden in
der VIER PFOTEN Waldschule auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Die
Streunerhilfe kastriert jährlich tausende Straßenhunde und -katzen in
ganz Europa; die Tiernothilfe rettet Tiere in Krisengebieten. VIER
PFOTEN wurde 1988 von Helmut Dungler in Wien gegründet. Das deutsche
Büro wurde 1994 gegründet und ist eine von weltweit 12
Niederlassungen. VIER PFOTEN Deutschland ist Mitglied im Deutschen
Spendenrat und im Bundesverband Deutscher Stiftungen.
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