WAZ: Die Sorge ums Glück
- Kommentar von Jens Dirksen über deutsche Angst
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Sie erkennt Gefahren und hält Lebewesen davon ab, blind in ihr
Verderben zu rennen. Wer nie Angst hat, lebt gefährlich, ohne es zu
wissen. Das Leben war allerdings noch nie so ungefährlich wie im
Deutschland des 21. Jahrhunderts.
Unsere Angst ist deshalb ein innerer Spiegel des äußeren
Wohlstands: Die meisten von uns wissen, wie viel Glück dazu gehört,
hier und heute leben zu dürfen - und nicht im finsteren Mittelalter
oder in den Kriegs- und Hungergebieten unserer Tage. Das ist nicht
selbstverständlich. Und wer das weiß, macht sich eher Sorgen darum
als andere.
Umso mehr lassen Dinge wie Terroranschläge, der kaum zu
befriedende Kriegsschauplatz in Syrien und ungelöste
Flüchtlingsprobleme den Angstpegel steigen. Es kommt allerdings
darauf an, aus der Angst die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Flucht
ist nur für Tiere eine Lösung. Angst, der Volksmund weiß es, ist kein
guter Ratgeber; aber sie kann zum Motor werden, die Probleme so
schnell wie möglich zu lösen - mit so viel Vernunft wie möglich. Die
neue deutsche Angst ist ein Auftrag an die Politik.
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Datum: 16.12.2015 - 19:24 Uhr
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