Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Chicago
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Chicago zeigt einmal mehr, wie locker der Colt bei manchen
US-amerikanischen Sheriffs sitzt. Der überaus fahrlässige Gebrauch
der Dienstwaffe hat unübersehbar eine Komponente, die auf Vorurteilen
gegenüber Schwarzen und anderen Minderheiten beruht. Das zeigen
Statistiken überdeutlich. Dabei wäre es allerdings zu einfach, das
oft aggressive Verhalten der Cops singulär nur mit Rassismus erklären
zu wollen. Der zweite Teil des Problems ist eben der einfache Zugang
zu Waffen in den USA. Angesichts der Waffendichte muss ein
US-Beamter selbst bei einfachen Routine-Einsätzen immer mit dem
Schlimmsten rechnen - nämlich damit, dass auf ihn geschossen werden
könnte. So gesehen spiegeln die rund tausend toten Zivilisten bei
Polizeieinsätzen in den USA allein in diesem Jahr auch die
Hochrüstung im amerikanischen Alltag. Die Grenze zwischen
Polizeibrutalität und Überreaktion ist folglich fließend - und die
Beurteilung des Einzelfalls hängt immer von den konkreten Umständen
ab. Was sich unabhängig davon jedoch ändern muss, sind die
Waffengesetze und die Ausbildung der Beamten. Bei beidem liegt in den
USA im Allgemeinen und in Chicago im Besonderen vieles im Argen.
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Datum: 27.12.2015 - 21:30 Uhr
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