Mitteldeutsche Zeitung: zur Kultur der Rücktritte

Mitteldeutsche Zeitung: zur Kultur der Rücktritte

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(ots) - Rechtzeitige politische Abschiede werden in
Deutschland auch dadurch erschwert, dass es anders als für den
US-Präsidenten für einen Kanzler keine Amtszeitbegrenzung gibt. In
der Union gibt es unter Angela Merkel längst keinen präsentablen
Nachfolger mehr. Auch in der SPD wollen viele nicht persönlich gegen
Merkel antreten, sondern lieber auf die Zeit nach ihr warten. Wenn
die Spitze nicht wechselt, bewegt sich auch darunter weniger - weil
viele auf langjährige Vertraute setzen. Eine geübte Kultur des
Rücktritts, Abschieds und Wechsels täte Deutschland gut. Es ist gut,
die Konsequenz zu ziehen, wenn man nicht mehr dieselbe Hingabe
verspürt wie am Anfang, oder glaubt, nicht mehr der Richtige zu sein.
Ein Vorbild ist Benedikt XVI., der zurücktrat, weil er seine Kräfte
schwinden sah. Damit hat er dem Papstamt ein menschliches Antlitz wie
nie zuvor verliehen.



Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200



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Datum: 28.12.2015 - 17:55 Uhr
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