Allg. Zeitung Mainz: Verschätzt / Kommentar zur Terrorwarnung in München von Frank Schmidt-Wyk
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das die Feierlaune der Münchner in der Silvesternacht ein wenig
trübte - und nicht der offenbar sehr konkrete Hinweis auf einen
geplanten Terroranschlag in der bayerischen Hauptstadt. Auch
andernorts, etwa in Berlin, auf der größten Partymeile der Republik,
ließen sich die Menschen von der angespannten Sicherheitslage die
Sektstimmung keineswegs vermiesen. Deutschland bleibt gelassen, trotz
Terrorgefahr - das ist gleich eine der ersten guten Nachrichten des
neuen Jahres. Die Menschen wissen: Ganz bestimmt wird es wieder ein
schwieriges Jahr, dieses 2016. Die Bedrohung durch islamistischen
Terrorismus schwindet nicht - im Gegenteil. Drei Großveranstaltungen
wurden im vergangenen Jahr aus begründeter Sorge um die Sicherheit
der Besucher kurzfristig abgesagt: im Februar der Braunschweiger
Karnevalsumzug, im Mai das Radrennen in Eschborn, schließlich das
Fußball-Länderspiel gegen die Niederlande in Hannover im November.
Dass solche Events nur noch mit dem Vermerk "Unter Vorbehalt" im
Terminkalender stehen, dass auch im Alltag plötzlich empfindliche
Störungen auftreten können, durch Sperrungen von Bahnhöfen oder
Straßen etwa, daran müssen wir uns wohl gewöhnen. Noch lange kein
Grund, in Nervosität auszubrechen: Wachsam sein, trotzdem gelassen
bleiben, ja, einen gewissen Gleichmut aufbringen gegenüber
Unannehmlichkeiten, die im Zeichen der Sicherheit unvermeidlich sind
- das ist genau die richtige Reaktion auf das Vorhaben der
Terroristen, die westlichen Gesellschaften zu verunsichern. Offenbar
haben sie sich verschätzt.
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Allgemeine Zeitung Mainz
Wolfgang Bürkle
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Datum: 01.01.2016 - 20:09 Uhr
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