Mittelbayerische Zeitung: Die Chance / Kommentar zu den Folgen des VW-Abgasskandals
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sagt man derzeit in der Automobilbranche etwas spöttisch, mehr aber
bewundernd. Sein Stern steht im Zenit. Daimler hat gegenüber den
alten Erzrivalen Audi und BMW enorm aufgeholt, ist mittlerweile
Spitze bei der Profitabilität und glänzt mit guten Imagewerten. Sogar
in der Formel 1 ist Mercedes gegenwärtig unschlagbar. Das war nicht
immer so. Auch während der Ära Zetsche gab es massive
Qualitätsprobleme, die dem heutigen Strahlemann beinahe den Job
gekostet hätten. In einer gänzlich anderen Situation befindet sich
Matthias Müller mit seinem demolierten Volkswagen-Konzern. Die
Verkaufszahlen leiden zunehmend unter dem Abgas-Skandal. Zwar deuten
jüngste Tests darauf hin, dass Fahrzeuge des VW-Konzerns trotz der
illegalen Software sogar zu den eher saubereren Autos gehören. Aber
das nützt nichts - die Dreistigkeit des Betrugs hinterlässt einen
anhaltenden Schock. Müller muss Vertrauen zurückgewinnen. Unter
anderem, indem er ökologisch vorbildliche und erschwingliche Modelle
präsentiert, die als glaubhaftes und ernsthaftes Angebot wahrgenommen
werden. Zumindest auf diesem Feld kann VW Daimler schnell überholen -
die Schwaben haben, was sehr sparsame und vor allem alternative
Antriebe betrifft, eher wenig zu bieten.
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Datum: 03.01.2016 - 19:28 Uhr
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