stern-RTL-Wahltrend: Union verliert, AfD erstmals zweistellig - Mehrheit der Deutschen für Grenzschließung
ID: 1310523
Sicherheitsfragen haben das Vertrauen in die staatstragenden Parteien
der Großen Koalition sinken lassen: 40 Prozent der Wähler, die bei
der Bundestagswahl 2013 noch für die Union gestimmt hatten, würden
sich heute nicht mehr für sie entscheiden - von den SPD-Wählern sind
es sogar 45 Prozent, die ihrer Partei den Rücken gekehrt haben. Im
stern-RTL-Wahltrend käme die Union aus CDU und CSU auf nur noch 37
Prozent, und die SPD verharrt bei mageren 23 Prozent. Die Grünen
liegen nach wie vor bei 10 Prozent, die Linke büßt einen Prozentpunkt
ein auf nun 9 Prozent. Die FDP behauptet weiterhin ihre 5 Prozent,
und die AfD klettert um einen Prozentpunkt auf 10 Prozent und damit
erstmals auf einen zweistelligen Wert Auf die sonstigen kleinen
Parteien entfallen zusammen 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und
Unentschlossenen beträgt 36 Prozent, ein weiterer Punkt mehr als in
der Woche davor.
Wegen der aktuellen Ereignisse und der intensiven Diskussion
darüber geht auch der Anteil derjenigen zurück, die sich für Angela
Merkel entscheiden würden, wenn die Spitze des Kanzleramts direkt
gewählt werden könnte. Denn Merkels Wert bei der Kanzlerpräferenz
rutscht im Vergleich zur Vorwoche gleich um vier Prozentpunkte auf
jetzt 44 Prozent ab. Dabei ist Merkels Rückhalt bei den Anhängern der
CDU mit 85 Prozent noch recht groß. Von den CSU-Anhängern würden
jedoch nur noch etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) für Merkel
stimmen. Sigmar Gabriels Wert ist dagegen von 15 auf 16 Prozent
gestiegen - er liegt damit aber immer noch 28 Prozentpunkte hinter
Merkel.
Auch bei der politischen Kompetenz - welche Partei also mit den
Problemen am besten fertig wird, verliert die Union - und zwar gleich
sechs Prozentpunkte. Nur noch 23 Prozent aller Bundesbürger trauen
diese Kompetenz CDU/CSU zu, während die SPD hier auf 8 Prozent kommt.
"Viele Bürger machen sich nach der Kölner Silvesternacht und dem
Anschlag auf deutsche Urlauber in Istanbul nicht nur über die
Flüchtlingskrise, sondern auch über die Bekämpfung des Terrors und
der Kriminalität Gedanken", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. "Die oft
als zu hektisch und hilflos empfundenen Reaktionen der Politiker
verunsichern die Menschen zusätzlich und lassen das Vertrauen in sie
weiter sinken." 60 Prozent trauten keiner Partei mehr zu, mit den
Problemen in Deutschland fertig zu werden, und knapp 23 Millionen von
den 62 Millionen Wahlberechtigten würden derzeit gar nicht wählen -
fast sechsmal mehr als die vier Millionen, die der rechten AfD ihre
Stimme geben würden.
In einer weiteren Forsa-Umfrage für den stern befürwortet eine
Mehrheit von 55 Prozent der Bundesbürger eine Grenzschließung, um den
Flüchtlingszustrom einzudämmen. Deutlich häufiger als die übrigen
Befragten fänden es die Anhänger der AfD (94 Prozent) richtig, wenn
es wie früher entlang der gesamten deutschen Staatsgrenze wieder
umfassende Grenzkontrollen gäbe. 40 Prozent halten eine
Grenzschließung für falsch - darunter insbesondere die Anhänger der
Grünen (78 Prozent) und der Linken (68 Prozent).
Datenbasis Wahltrend: Das Forsa-Institut befragte vom 11. bis 15.
Januar 2016 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL
2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine
computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die
statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.
Datenbasis Grenzschließung: Das Forsa-Institut befragte am 15.
Januar 2016 im Auftrag des Magazins stern 1001 repräsentativ
ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte
Zufallsstichprobe ermittelt wurden. An 100 Prozent fehlende Angaben:
weiß nicht. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3
Prozentpunkten.
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3703 2178, oder Matthias Bolhöfer, RTL-Kommunikation, Telefon 0221 -
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Datum: 20.01.2016 - 07:00 Uhr
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