Rheinische Post: Kommentar: Das türkische Dilemma
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Flüchtlingszahlen wird nur gelingen, wenn die türkische Grenzpolizei
es den Schleppern schwerer macht, Flüchtlinge an der Ägäis-Küste auf
die überfüllten Boote Richtung Griechenland zu bringen. Bisher
passiert das kaum. 2000 Menschen gelangen so täglich nach Europa.
Deshalb ist es richtig und notwendig, dass die Bundeskanzlerin schon
zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate nach Ankara fährt. Der
nahende EU-Türkei-Gipfel muss dringend zu einem Abkommen führen. Die
Türkei wird sich ihre Hilfe teuer bezahlen lassen. Deutschland hat
keine Wahl. Der Startpunkt der Balkanroute ist der Schlüssel zur
Reduzierung der Flüchtlingszahlen. Drei Milliarden Euro und die
Visa-Freiheit werden nur der Anfang sein. Dennoch sollte Merkel ihren
Gesprächspartner daran erinnern, dass eine EU-Mitgliedschaft niemals
möglich sein wird, solange ein Land Minderheiten kriegerisch
bekämpft. Der Kampf Erdogans gegen die Kurden unter dem Deckmantel
des Krieges gegen den IS ist nicht mit den Werten der EU vereinbar.
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Datum: 08.02.2016 - 20:53 Uhr
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