Neue Westfälische (Bielefeld): Deutsche Kinder gehen ungern in die Schule Leistung steht im Vorder

Neue Westfälische (Bielefeld): Deutsche Kinder gehen ungern in die Schule
Leistung steht im Vordergrund
Von Viktoria Bartsch

ID: 1321721
(ots) - Es dreht sich nur noch um Noten - kein Wunder
also, dass viele Kinder und Jugendliche keine Lust haben, zur Schule
zu gehen. Zwar war es schon immer so, dass nicht jedes Kind mit einem
Leuchten in den Augen und einem strahlenden Lächeln im Gesicht sich
morgens auf den Unterricht freut - und das wird wohl auch so bleiben.
Aber der Schulalltag sollte doch möglichst freudvoll gestaltet sein.
Kinder bringen unterschiedliche Talente mit: Ein Grundverständnis für
Zahlen entscheidet oft über Spaß oder Langeweile im Matheunterricht.
Entsprechend ihren Fähigkeiten sollten Kinder in der Schule gefördert
werden. Gleichzeitig sollten sie Raum zum Ausprobieren bekommen,
fernab von Leistungsdruck und Erwartungen. Die Realität sieht oft
anders aus: Volle Stundenpläne und Berge von Hausaufgaben - das
Prinzip Leistung steht in vielen Schulen im Vordergrund. Noten
spielen für den Werdegang eine wichtige Rolle, das wissen nicht nur
die Eltern und Lehrer, sondern auch die Schüler. Dadurch wird schon
früh ein enormer Leistungsdruck aufgebaut. Die Angst davor wächst,
keine Ausbildungsstelle oder keinen Studienplatz zu bekommen. In so
einer Situation wirken schlechte Noten kaum noch als Ansporn zum
Lernen. Ganz im Gegenteil: Viele Schüler resignieren, weil sie
glauben den Stoff eh nicht mehr aufholen zu können. Scheitern muss
auch gelernt werden. Ganz klar. Aber in Maßen. Wenn schlechte oder
gar mittelmäßige Noten zu Zukunftsängsten führen, würde ich auch
nicht gerne zur Schule gehen wollen.



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Datum: 16.02.2016 - 19:55 Uhr
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