Neue Westfälische (Bielefeld): Ermittlungen gegen Frankreichs Expräsidenten
Sarkozy in Not
Peter Heusch, Paris
ID: 1322307
Sarkozy, der von einer Rückkehr in den Élysée-Palast träumt. Die
Staatsanwaltschaft leitete ein offizielles Ermittlungsverfahren wegen
illegaler Wahlkampffinanzierung gegen ihn ein. Es ist die zweite
Affäre, in der dem Politiker nun ein Prozess droht, nachdem er
bereits der Bestechung eines hohen Justizbeamten beschuldigt wurde.
Sarkozy allerdings weist alle Vorwürfe von sich und beteuert, eine
weiße Weste zu haben. Sicher, alles andere wäre eine Überraschung.
Aber schon in der schlagzeilenträchtigen Bettencourt-Affäre wurde er
trotz lächerlicher Beweislage vor den Kadi gezerrt - und am Ende
freigesprochen. So bleibt angesichts des Eifers, mit dem die Justiz
dem Expräsidenten nachstellt, ein gewisses Geschmäckle. Tatsächlich
laufen neben den beiden Ermittlungsverfahren noch fünf weitere
Untersuchungen, die den aktuellen Oppositionsführer direkt oder
indirekt betreffen. Spanisch kommt das mittlerweile nicht nur seinen
Anhängern, sondern selbst seinen Parteirivalen vor. Ausgerechnet
Alain Juppé, Sarkozys schärfster Konkurrent um die konservative
Präsidentschaftskandidatur, pochte inzwischen nachdrücklich auf die
Unschuldsvermutung. Doch dünne Beweislagen her, Unschuldsvermutung
hin - der Dauerärger mit der Justiz schädigt Sarkozys Ruf. Seine
Chancen, noch einmal das höchste Amt im Staat zu erobern, sind mit
der Einleitung dieses zweiten Verfahrens weiter gesunken. Der
Verdacht, dass genau dies die Absicht der Ankläger ist, ändert daran
wenig.
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Datum: 17.02.2016 - 19:55 Uhr
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