Weser-Kurier:Über das Verschwinden jugendlicher Flüchtlinge in Bremen schreibt Moritz Döbler:
ID: 1325360
ein Reizbegriff in Bremen, weil einige wenige von ihnen für
unverhältnismäßig viele Straftaten verantwortlich sind. Nach
jahrelanger kontroverser Debatte soll im kommenden Jahr eine
geschlossene Einrichtung entstehen, um diese Intensivtäter unter
Kontrolle zu bringen. Es ist wohl eines der sensibelsten politischen
Themen für den Senat. Auch deswegen ist nicht hinzunehmen, dass 156
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge spurlos aus der Obhut der
Verwaltung verschwinden können. Dass Staatsrat Jan Fries der
Stadtbürgerschaft keine erhellenden Antworten geben konnte, ist eine
Sache. Aber dass so gar nichts daraus folgt, macht den Vorgang zu
einem Skandal. Wenn man annimmt, dass die meisten der 156 tatsächlich
unbegleitet und minderjährig sind, dann verletzt die Verwaltung ihre
Aufsichtspflicht. Eltern, deren minderjährige Kinder spurlos
verschwinden, würde man das kaum durchgehen lassen, aber ausgerechnet
bei einem staatlichen Vormund soll das keine Folgen haben. Und was
ist mit der Schulpflicht, die wohl für die meisten dieser
Jugendlichen gilt? So geht das nicht.
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Datum: 24.02.2016 - 20:23 Uhr
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